Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Yuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit

Hallo Leute!

Leider ist die Zeit der Radreise schon viel zu schnell wieder vorbei. Wie ihr im letztem Post erfahren habt haben wir es sicher nach Bangkok geschafft. Hier machen wir jetzt einige Tage Urlaub, bevor der Alltag in Deutschland wieder beginnt.

Tag 1 auf dem Rad
Tag 1 auf dem Rad, im strömendem Regen

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Für die interessierten hier noch ein paar kleine Fakten:

 

  • ~ 1.300 km
  • 21 Tage auf dem Rad
  • 30 Tage Erkundung von Stadt, Land und Kultur
  • im Schnitt ca. 61 km pro Tag
  • knapp 10.000 Höhenmeter
  • keine Platten oder Pannen
  • keine ernsten Krankheiten

 

In acht Tagen geht unser Flieger zurück nach Berlin. Bis dahin werden wir Bangkok, bzw. auf Thailändisch, „Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Yuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit“ (ja so lang ist der offizielle Thailändische Name) etwas erkunden.

Bangkok bei Nacht

Nach der langen Zeit auf dem Land, und den häufigen Ortswechseln sind wir mal wieder ganz froh ein paar Tage an einem Ort zu verbringen. Mal schauen was die 10 Millionen Metropole Bangkok so zu bieten hat!

Chatuchak Weekend Market – Der weltweit größte Markt
Chatuchak Weekend Market – Der weltweit größte Markt

Jetzt zur wahrscheinlich traurigsten Nachricht des Sommers. Der Blog ist zu ende. Eine weitere Reiseberichterstattung aus Bangkok wäre schlichtweg zu langweilig… Vielleicht kommen ab und zu noch ein paar Schnappschüsse aus Bangkok 🙂

Bootsfahrt auf dem Chao Phraya Fluss
Bootsfahrt auf dem Chao Phraya Fluss

Weiter geht es auf der nächsten Reise!

Chris

 

Endspurt

Am morgen essen wir in dem super netten Hostel noch ein kleines Frühstück und fahren dann los Richtung Bangkok. Die Strecke hat von Anfang an ziemlich viel Verkehr, konzentriertes Fahren ist angesagt. Bevor wir schließlich auf den highway müssen essen wir noch in einem kleinen Restaurant am Straßenrand etwas Gemüse mit Reis. Die Straße ist so nah an Bangkok echt stressig, aber wir kommen ganz gut voran. Zwischendurch machen wir an einer Waschstation Halt um unsere Fahrräder vor dem Rückflug etwas sauber zu machen.

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Die letzten Kilometer unserer Reise führen in das Zentrum zu unserem Hotel. Die Straße ähnelt hier eher einer Autobahn auf der es sehr chaotisch zugeht. Wie durch ein Wunder kommen wir lebendig an und entladen ein letztes Mal das Gepäck.

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Wir haben jetzt eine gute Woche Zeit um Bangkok zu erkunden. Das wird ein ziemliches Kontrastprogramm zu Burma! Bevor wir uns jedoch in kulturelle Entdeckungen stürzen müssen wir uns erst mal neu einkleiden. Die wenigen Sachen die wir dabei haben sind ziemlich zerschlissen. Zwischen den adrett gekleideten Großstadtmenschen kommen wir uns da ziemlich fehl am Platz vor.

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Jetzt geht es auf Kleidungs- und Essenssuche!

Bryony

Wir haben uns ein Haus „gekauft“.

In Hpa An haben wir am Abend noch einen Blick in unsern Kalender geworfen, welcher uns verriet, dass wir noch viel zu viel Zeit in Thailand haben. Der Flug geht erst am 4. Oktober, bis Bangkok sind es aber nur noch etwas über 200 Kilometer. So haben wir uns am Abend entschieden noch eine Nacht bleiben.

Unseren zusätzlichen Ruhetag verbrachten wir wirklich ruhig und machten nicht viel. Ich habe etwas gearbeitet, während Bryony ein „Full Body Repair“ genossen hat. Später waren wir noch auf dem Night Market, welcher leider nicht zufriedenstellend war. Er war zu touristisch.

Es wird einfach zu viel Kitsch verkauft...
Es wird einfach zu viel Kitsch verkauft…

Mit knurrendem Magen kam uns eine Idee, wir wollten den Snack von gestern Abend wieder. Gestern haben wir einen mobilen Stand gefunden welcher sehr leckere gefüllte Teigtaschen anbietet.  An seinem Stellplatz von gestern Abend konnten wir ihn leider nicht Antreffend. So liefen wir verzweifelt weiter die Gasse hinauf, uns kamen fast die Tränen. Da kam plötzlich laut knatternd ein langsames Gefährt um die Kurve. Ich sagte zu Bryony, „das muss er sein!“, und er war es. Wir reagierten schnell und haben unsere letzten Kräfte eingesetzt um unserem Retter in der Not laut rufend hinterher zu rennen. Er bemerkte uns schnell und hielt lächelnd am Straßenrand an. Umbauen musste er nichts, er konnte direkt mit unserer Großbestellung anfangen. 3 x Banane, 1 x Orangen Marmelade. Alle vier Desserts wurden mit viel Liebe und echter Handwerkskunst zubereitet, während wir vor lauter Vorfreude zappelnd vor dem Stand warten.

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Mit dem Luxusgut in der Hand haben wir uns noch zwei Bier im nahem 7-eleven geleistet um dann auf einem zerfallenen Pier den Gaumenschmaus beginnen zu lassen. Es war ein echtes Festmal.

Steg

Am nächstem Morgen haben sind wir spät losgekommen um dann nur 10km später schon wieder anzuhalten. Im Hotel haben wir kein Frühstück bekommen, so nutzen wir die erste Gelegenheit für einen kleinen Zwischenstopp in einem Café.

Bryonys bester Freund
Bryonys bester Freund

Anschließend ging es stundenlang geradeaus. Immer nur geradeaus. Total langweilig. Total uninteressant.

bilderhuahin-42Das einzige was man am Straßenrand beobachten konnte war die Dummheit vieler reicher Menschen.  Rechts und links von der Straße reihte sich eine Ferienhausanlage neben der anderen aneinander, jede mit ca. 20 alleinstehenden großen Häusern welche von einer Mauer mit Wachhäuschen umgeben sind. Klingt nach schönen Familien Urlauben am Golf von Thailand. Für viele muss das der Plan gewesen sein, für viele ist er wohl leider aber auch geplatzt. Von 10 Häusern sind 3 Ruinen, 3 im Bau, 2 in einem Miserablem Zustand und nur zwei werden eigentlich bewohnt (gepflegt). Dementsprechend stehen überall Ruinen, sowohl Bauruinen als auch fertig gebaute verlassene Häuser, während nur ein paar Meter weiter riesige Plakate neue „luxuriöse designer“ Ferienhäuser zu spotpreisen bewerben. Total absurd, vielmehr bescheuert.

Eine der vielen Hotelruinen
Eine der vielen Hotelruinen

Zum Einbruch der Dämmerung machten wir uns auf die Suche nach einem Supermarkt. In einer weiteren Strandstadt wurden wir fündig. Eine große Auswahl konnte der kleine Laden nicht bieten, so gab es nur Cornflakes und Nüsse zum Abendbrot.

Der hässlichste Bus der Welt
Der hässlichste Bus der Welt

Der Plan war es wieder am Strand zu campen, wahrscheinlich das letzte Mal für diese Reise. Also aus dem Dorf raus und Ausschau halten. Nach 10 km fanden haben wir einen schönen Ort am Strand gefunden. Wir wollten die Räder noch etwas den Strand hinaufschieben um außer Sichtweite zu kommen. Während wir die Räder mühevoll über den Strand schoben bekam der Himmel schlechte Laune. Eine riesige pechschwarze Wolke schob sich langsam über uns und es donnerte unglaublich laut, wir mussten hier wieder weg, zumindest während der Sturm tobt.

Nur ein paar Meter entfernt, in einer der Ferienhaussiedlungen fanden wir unter einem kleinen Dach vorrübergehend einen Unterschlupf. Während wir warteten schauten wir uns die zahlreichen leerstehenden Häuser an. Wir hatten eine Idee. Ausgestattet mit Flip Flops und Taschenlampe machte ich mich auf den Weg durch den strömenden Regen. Das erste Haus war verriegelt. Das zweite Haus leider auch, hier gab es sogar bezogene Betten obwohl hier seit bestimmt 3 Jahren keiner mehr war. Beim dritten Haus hatte ich Erfolg. Über einen Balkon im Erdgeschoss konnte man das Haus betreten, der Übernachtungsplatz war gefunden. Schnell suchte ich die noch trockene Bryony um dann mit ihr gemeinsam in unser Eigenheim umzuziehen. Klatschnass waren wir nach dem Umzug, es goss noch immer kübelweise. Unser neues Haus mit 4 Schlafzimmern (jeweils mit eigenem Balkon), einer riesigen lichtdurchfluteten Wohnküche und 3 Bädern konnten wir nur über den Balkon betreten, die Schlüssel für die Wohnungstür haben wir leider verloren.

Unser Haus am nächsen Morgen
Unser Haus am nächsen Morgen

Wir entschieden uns das Schlafzimmer in der 2. Etage zu beziehen, es war am saubersten und von der Dachterrasse hatte man fast einen Meerblick. Hauptsächlich aber weil uns so unsere neuen Nachbarn nicht sehen konnten.

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Nach dem leckeren Cornflakes Abendessen während zwei Filmen sind wir langsam auf unseren Isomatten eingeschlafen. Der Möbeltransporter sollte die Tage kommen.

Am nächsten Morgen entschieden wir uns nicht hierher zu ziehen. Das Haus ist einfach zu groß und einen guten Club gibt es auch nicht in der näheren Umgebung.

Auszug
Auszug

Unsere sieben Sachen haben wir schnell zusammengepackt und unser Eigenheim wieder schnell und leise über den Balkon verlassen. Wenn jemand mal Urlaub im Süden von Thailand machen möchte, wir haben die Balkontür nicht abgeschlossen. Ihr seid alle jederzeit willkommen! Die Adresse ist, Soi Navi Si Kasem 31, Chang Wat Phetchaburi 76100. Wir empfehlen reichlich Putzequipment mitzubringen.

Wohnküche

Der heutige Weg war ähnlich langweilig, statt Ruinen war er heute fast ausschließlich von Salzgärten gesäumt. Der Tag sah ungefähr so aus: 10km nur geradeaus wobei sich rechts und links bis zum Horizont nichts anders als Salzgärten, zur Meersalzgewinnung, befanden, bis es nach einer kleinen Ortschaft wieder von vorne begann. Das Ganze mussten wir 5-mal durchmachen.

bilderhuahin-38Bei einer kleinen Essenspause konnten wir beobachten wie die Arbeiter vier große Lastkraftwagen per Hand mit Salz beladen mussten, eine echte Knochenarbeit.

Salzverladung
Salzverladung

Die letzten 10 km mussten wir über eine Art Autobahn zurücklegen, da es keine Alternative gab. Zum Glück hatte die Autobahn einen großen Seitenstreifen und wir Rückenwind. So dauerte es nicht lange bis wir an unserem Ziel, einer kleinen Stadt kurz vor den Suburbs von Bangkok, angekommen sind.

Autobahn

Untergekommen sind wir in einem kleinen, aber sehr feinen Hostel, in einem Zimmer kaum größer als ein Schuhkarton.

Nach einer schnellen Dusche haben wir uns mal wieder mit unserer Lieblingsaktivität, der Suche nach etwas Essbarem, beschäftigt. Heute war es besonders schwer eine Mahlzeit zu finden für die keine unschuldigen Tiere sterben mussten. Erst nach einer langen Suche haben wir eine Lokalität gefunden die uns was vegetarisches zubereiten wollte. Es gab Salat (mit einer Soße in der rohes Ei verarbeitet wurde…), dazu Pommes. Da der Salat eigentlich nur genau das war, was in einem Döner an Salat enthalten ist, gingen wir nur mäßig gesättigt.

Bryonys zweitbester Freund
Bryonys zweitbester Freund

Zwischen zeitig waren wir noch auf einem Markt der eigentlich direkt auf den Bahngleisen stattfindet. Wenn ein Zug kommt müssen die Händler ihre Waren und schirme schnell von den Gleisen räumen. Und auch dann ist bleibt rechts und links von den Wagons nur wenig Platz.

Markt

Zurück im Hostel setzen wir uns etwas auf die Dachterrasse wo Bryony ihr Skizzenbuch kreativ gefüllt hat während ich den Blogpost angefangen habe.

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Mit dem Sonnenuntergang haben wir uns auf den hiesigen Night Market begeben, welcher direkt vor dem Hostel sein Unwesen treibt. Leider haben wir auch hier bei keinem der bestimmt 50 Stände eine vegetarische, herzhafte Speise finden können. Bestimmt hätten wir mit den Verkäufern irgendwie kommunizieren können das wir kein Fleisch und kein Fisch wollen, jedoch hatten wir keine Lust auf das immer wiederkehrende Problem der vielen Missverständnisse wodurch sich dann doch oft noch irgendwo Fleisch versteckt.

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So gab es auch heute wieder die leckeren, gefüllten, süßen Teigtaschen und reichlich Obst zum Abendessen.

Jetzt verkriechen wir uns in unseren Schuhkarton und können hoffentlich die Nacht im sauberem genießen.

Morgen haben wir nur noch 77 km vor uns, wahrscheinlich werden es 77 Höllen Kilometer durch Bangkoks Verkehr. Mal schauen.

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Chris

 

Ananas und Helmut

In der Nacht wurden wir etwas von Mücken gepiesackt, sind aber trotzdem viel ausgeschlafener als nach einer Nacht im Zelt. Im Hotel kriegen wir Omelett und Wassermelone, danach fahren wir los. Wir wollen möglichst zügig zu dem Khao Sam Roi Yot National Park, unserem heutigen Ziel. Es ist ein unglaublich heißer Tag, aber wir kommen gut voran und sind so schon am frühen Nachmittag da.

Der Park soll eigentlich 200 Baht Eintritt pro Person kosten, aber am Eingang finden wir nur Affen vor. Ich stelle mein Fahrrad ab, um mich ein bisschen umzuschauen und schon macht sich ein Affe am Korb zu schaffen. Nur mit Mühe können wir mein Fahrrad zurück erobern und fliehen dann schnell in den Park.

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Genau gucken 🙂

Als erstes wollen wir auf einen kleinen Berg hochwandern, von dem aus es einen sehr guten Blick geben soll. Der Trail verläuft sehr steil und steinig nach oben, sodass man zum Teil mehr klettern als laufen muss. Nach einer knappen Stunde kommen wir an der Spitze an und genießen einen fabelhaften Blick in alle Richtungen. Vor uns liegt die Küste, hinter uns eine kleine Berglandschaft.

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Wir fahren noch etwa eine Stunde, bis wir einen Strand erreichen an dem es einen Camping Platz geben soll. Es stellt sich aber schnell heraus, dass das so nicht stimmt. Der Camping Platz ist an einem anderen Strand und nur mit dem Boot zu erreichen. Dieses würde für uns beide 400 Baht (ca 10€) kosten. Das Geld wollen wir lieber sparen, zumal das campen noch zusätzlich etwas kosten würde. Zum Glück haben die Anwohner nichts dagegen, dass wir unser Zelt auf diesem Strand aufschlagen. So müssen wir bloß leider mal wieder aufs duschen verzichten 😉

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In einem Restaurant wird uns von einer sehr netten Kellnerin Reis mit Ananas, Gurke und irgendwelchen sauren Schoten serviert. Das Essen schmeckt gut und ist eine schöne Abwechslung zu dem Gemüse das man sonst so kriegt. Nach dem Essen treibt es uns ins Meer, dass auch hier wieder sehr flach ist. Wir müssen weit laufen, bis es halbwegs tief genug ist um zu schwimmen. Wir genießen gerade die angenehme Erfrischung, da weht plötzlich ein starker Wind und dunkle Wolken ziehen sich zusammen. Der Wind ist so stark, dass das gefüllte Zelt zügig Richtung Meer geschleift wird.

So schnell wir können rennen wir durch das Wasser zurück um unsere Unterkunft zu retten. Es geht nochmal gut und das Zelt kommt kurz vor dem Wasser zum Stand. Wir haben kaum unser Camp wieder hergerichtet, da schüttet es wie aus Kübeln. So kommt die Bank mit Meeresblick, die Chris improvisiert hat, leider nicht zum Einsatz.

Nachts werden wir von wilden Hunden terrorisiert, es ist sandig und heiß. Dementsprechend früh geben wir das Schlafen auf und packen unsere Sachen zusammen. Danach rennen wir ins Meer um uns abzukühlen, aber irgendetwas stimmt nicht. Am ganzen Körper piekst und brennt es. Wir fliehen aus dem Wasser und da sehe ich sie im Wasser schwimmen: eine unscheinbare kleine Qualle. Das Gewitter in der Nacht muss die Tiere angespült haben.

Zum Frühstück gibt es wieder Omelett, die einzige vegetarische Option. Danach geht es los Richtung Hua Hin, eine größere Küstenstadt die viele Touristen anzieht. Der Weg dorthin ist wieder brütend heiß, aber dafür regenlos. Mit der Straße haben wir auch Glück, die erste Hälfte können wir an der Küste bleiben und danach haben wir einen Radweg ganz für uns allein! Wir hatten befürchtet ab hier auf dem highway fahren zu müssen, aber das bleibt uns bis kurz vor der Stadt verschont.

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An einer kleineren Straße die durch etliche Ananasfelder führt machen wir eine Pause. Einem Stand direkt neben dem Feld werden ganz junge Früchte verkauft. Die Ananas schmeckt so unglaublich gut, dass wir gleich acht Stück essen. Während wir im Ananasrausch auf der Bank sitzen, bringt uns eine der Verkäuferinnen einen „Italian Soda“, das heißt eine halbe Tasse Sirup mit viel Eis. Ein untrinkbarer Zuckerschock. Chris hat sich jedoch, aus mir unerklärlichen Gründen mit dem Getränk angefreundet und freut sich über das Gratisgetränk. Mit absoluter Ananassättigung rollen wir weiter bis zu unserem Guest House in Hua Hin.

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Ein Kriegsdenkmal an dem wir vorbeigefahren sind

Wir sind jetzt in der Region angekommen, wo sich viele Deutsche absetzen und so wird auch das Guest House von einem redefreudigen jungen Deutschen geleitet. Er lebt erst seit drei Monaten hier und klagt uns sein Leid über die vielen kleinen Unglücke die sein Hostel heimgesucht haben. Wir legen unsere Sachen ab, duschen und ziehen dann los. Diesmal wollen wir uns nicht von den etlichen Pizzerien verführen lassen, um den Geldbeutel zu schonen. Die thailändische Küche ist so extrem Fleisch lastig und die wenigen vegetarischen Optionen so unsättigend, dass das garnicht so leicht ist. Nach einem langen Spaziergang kriegen wir aber schließlich in einer Mall einen mittelguten Burrito.

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Hier kauft sich Chris ein Handy, sodass wir jetzt beide wieder technisch ausgestattet sind. Da Chris länger mit den Verkäufern beschäftigt ist, schließt er mit mir eine Challenge ab. Für jedes Handy in der Auslage, bei dem ich mein Gesicht als Bildschirmhintergrund einstelle, bekomme ich 20 Baht. Ich bin fleißig und komme auf 160 Baht. Allerdings dauert es nicht lange, bis ein Angestellter die neuen Hintergründe bemerkt und mein Handeln lachend aufdeckt.

Beim Verlassen der Mall kommen wir an mehreren Becken voller lauter kleiner Fische vorbei. Von den Fischen kann man sich eine Art Pediküre geben lassen. Wir sind neugierig und entschließen uns zu einer 15-Minütigen Session. Mit viel Überwindung meinerseits strecken wir die Füße ins Wasser. Sofort flitzen etliche Fische herbei und saugen sich fest. Das Gefühl ist extrem speziell und es erfordert einiges an Selbstkontrolle die Füße nicht schnell wieder heraus zu ziehen.

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Über einen Nachtmarkt auf dem es viele Leckereien und schnulzige Live-Musik gibt laufen wir zum Strand. Hier findet heute Abend ein kleines Jazz Festival statt. Mit einem Bierchen lassen wir den Abend hier ausklingen.

Auf dem Rückweg lernen wir einen Schneider Namens Helmut kennen. Eigentlich hat er wohl einen anderen Namen, aber Helmut sei sein „funky name“. Witziger Weise hat er uns schon früher am Tag gesehen, als wir mit den Rädern in die Stadt gefahren sind. Wir plaudern noch ein bisschen mit ihm und gehen dann zurück zum Hostel.

Bryony

Nur noch 11km nach Burma

Die Nacht über war das Wetter absolut genial, leider auch am Morgen. Leider, weil wir schon früh durch die Hitze und Wärme geweckt wurden. Andererseits war es einfach genial. Wir sind beide nach dem Aufstehen einfach direkt in das Meer gerannt und haben die erste Badeeinheit für den Tag eingelegt. Der Strand war immer noch Menschenleer und der weiße Sandstrand wie aus dem Katalog entflohen.

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Den Morgen sind wir gemütlich angegangen und haben uns für das Frühstück viel Zeit gelassen. Während dem Packen brauchten wir regelmäßig Badepausen um die Hitze zu überstehen, so saßen wir um 12 Uhr auf dem Rad. Eine kleine, zum Glück etwas schattige Straße führte uns direkt am Meer entlang Richtung Norden. Navigation ist hier nicht schwer, solange rechts das Meer ist sind wir richtig.

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Nach nur 10 km auf dem Rad knurrte allerdings schon wieder unsere Mägen. Weißbrot macht nicht wirklich satt… Bei einem kleinen, natürlich leeren Restaurant am Strand bemerkte uns der Wirt, so fragten wir schnell ob er was Vegetarisches habe. Erstaunlich schnell kam ein „Ja“. Cool.

Die Speisekarte war da weniger erfreulich. Es gab kein einziges vegetarisches Gericht, so gab es wie immer Reis mit Gemüse allerdings war das Gemüse, wie oft, etwas speziell. Es besteht aus warmen, aber rohen Karotten, Baby Meis, Kohl und Broccoli Stangen (also ohne das eigentliche) dementsprechend ist es nicht sonderlich sattmachend oder würzig. Beschweren dürfen wir uns aber nicht. Schließlich sind wir in einer Fischregion.

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Anschließend ging es weiter Richtung Süden. Die nächsten Kilometer fasse ich mal etwas zusammen, sonst wird es langweilig. Unser Weg endet und wir müssen zickzack über kleine, oft nicht asphaltierte Straßen unser Route Richtung Norden finden, da wir nicht die vielbefahrene Landstraße nutzen wollen. Man muss bedenken das wir uns hier auf einem sehr engen Landzipfel befinden, Thailand ist hier nur ca. 11km breit, im Osten ist nur Meer und befindet sich noch Myanmar.

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Nach heute 80km sind wir in einer kleinen Stadt, mit dem unaussprechbaren Namen, Prachuap Khiri Khan. Eine kleine Fischerstadt die am Wochenende auch bei thailändischen Touristen beliebt sein soll. Hier haben wir schnell ein günstiges Hostel für nur 8€, für beide in einem privaten schönen Zimmer mit Balkon und Gemeinschaftsbad.

Abends haben wir noch eine leckere Pizza genossen während ein paar Meter weiter unser Wäsche von einer öffentlichen Waschmaschine für nur 50 Ct gewaschen wurde. Reisen in Thailand ist absoluter Luxus im Vergleich zu Burma, zumindest was solche Sachen anbelangt.

Der Tag ging mit etwas Arbeiten bei einem Bierchen auf unserm Balkon zu ende.

Am nächsten Morgen haben wir uns spontan dazu entschieden noch eine Nacht hier zu bleiben. Es ist zwischendurch mal ganz schön etwas länger an einem Ort zu bleiben.

Das Hotel wollte uns leider nicht noch eine Nacht haben, so sind wir 500m weiter in ein B&B gezogen. Das Zimmer ist leider nicht so Klasse das Wetter hingegen ist genial sodass wir gleich los sind den Ort erkunden und Frühstück finden.

Nach einem längeren Spaziergang über die Strandpromenade gab es Rührei zum Frühstück, um satt zu werden haben wir uns noch Brot mit Marmelade bestellt, allerdings war die Portion noch kleiner.

Brot mit Marmelade, groszügig!
Brot mit Marmelade, groszügig!

Danach wollten wir einen Berg auf einer Halbinsel besteigen von dem man eine grandiose Aussicht haben soll, außerdem soll auf dem Berg eine außergewöhnlich nette Affenart leben. Leider war der Trail hinauf, für den man ca. 2 Stunden braucht, geschlossen. Er wird nur noch an langen Wochenenden geöffnet, aus Sicherheitsgründen. Man muss auch dazusagen das der Berg auf einer Air Force Base liegt.

Landebahn (Photographieren verboten ;) )
Landebahn (Photographieren verboten 😉 )

Nach Nudeln zum Mittagessen beschlossen wir mit dem Rad zu einem nahegelegenen Badestrand zu fahren. Der Badestrand liegt auch im Gelände der Air Force, diese erlaubt es aber den Strand zu benutzen und pflegt diesen auch.

Um zu dem Strand zu kommen muss man sich zuerst an einem Wachposten mit der Passnummer anmelden. Anschließend eine Landebahn überqueren bevor man an einem schönen Strand, welcher von kleinen Felsinseln umgeben ist, ankommt.

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Baden waren wir hier nicht, wir wurden zu sehr von den menschenleeren Bilderbuchstränden verwöhnt. Wir haben nur ein paar Getränke genossen bevor wir uns wieder auf den Weg zurück gemacht haben.

Eine Reiswaffelmaschine

In unserm Dorf sind wir noch etwas über einen Nachtmarkt geschlendert und haben uns von einer vegetarischen Quiche verführen lassen. Außerdem gab es leckere Brownies, Ananas mit Chili-Zucker und Saft.

Abendliche Köstlichkeiten.
Abendliche Köstlichkeiten.

Jetzt sitzen wir an der Strandpromenade und beobachten wie die Fischer den Hafen verlassen um die Nacht über zu fischen. Nebenbei füllt Bryony ihr Skizzenbuch und ich hacke diesen Post in den Laptop.

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Morgen steht nur eine kleine Etappe an, denn am Abend gibt es wohl noch schöne Natur zu sehen.

Chris

Secret Destination

Nachdem Chris im letzten Post die Spannung aufgebaut hat, lüfte ich jetzt das Geheimnis. Unser Flug ging nach Chumphon, ans Meer! Von hier aus wollen wir die ca. 500km an der Küste entlang nach Bangkok fahren. Die Distanz der Strecke bleibt also etwa gleich wie von Mae Sot aus, dafür hoffen wir, dass sie schöner ist. Zwischen Mae Sot und Bangkok ist eigentlich nur flaches Land, durch das ein gut befahrener highway führt.

Um halb acht landet unser Propellerflugzeug im Flughafen von Chumphon, der 50km außerhalb der Stadt gelegen ist. Skurriler Weise sind wir mit exakt dem gleichen Flugzeug und auf den gleichen Sitzen nach Chumphon wie nach Bangkok geflogen. Erkannt haben wir es daran, dass Chris seine Armlehne kaputt gemacht hat. Trotzdem hatten wir vier Stunden Aufenthalt in Bangkok.

Unser Flug war der letzte des Tages und wir werden schnell aus dem Gebäude herausgelotst. Während wir noch unsere Räder zusammenbauen, werden im Flughafen die Schotten dicht gemacht. Wir sind bald die einzigen die noch da sind, netterweise wurde eines der Außenlichter für uns jedoch noch angelassen. Bis nach Chumphon wollen wir jetzt im Dunkeln nicht mehr fahren, aber in der Nähe gibt es ein Dorf, dass ein Hotel haben soll. Der Weg dorthin vergeht schnell, wir werden von einer gut asphaltierten, wenig befahrenen und sogar beleuchteten Straße verwöhnt. Im Ort irren wir ein wenig herum, bis wir das Hotel finden.  Schließlich dort verkündet man uns, dass es keine freien Zimmer mehr gibt. Eine Filmcrew hat sich im gesamten Hotel ausgebreitet.

Wir müssen in den sauren Apfel beißen und versuchen im Dunkeln einen Platz zum campen zu finden. Da das Meer nur noch wenige Kilometer entfernt ist entschließen wir uns dort unser Glück zu versuchen. Vorher kaufen wir im örtlichen Supermarkt noch unser Abendessen ein. Die Auswahl ist zwar etwas karg, aber wir genießen trotzdem wie viel leichter hier alles ist, als in Burma.

Schnell sind wir zum Meer gerollt und vor uns erstreckt sich ein wunderschöner Sandstrand. Über den Sand rennen etliche Krabben. Leider gibt es hier aber nicht nur Meerestiere, sondern ziemlich viele Menschen. Ganz so öffentlich wollen wir nicht unser Lager aufschlagen, also geht es erstmal weiter. Drei Kilometer den Strand hinauf erstreckt sich ein Landfinger ins Meer, an dem wir keine Lichter sehen.

Dort angekommen müssen wir uns ziemlich durchs Dickicht kämpfen und einen Strand gibt es nicht so wirklich. Die Küste ist zu felsig und uneben zu campen, also müssen wir wieder weiter. Die Straßen in Thailand sind zwar weitestgehend beleuchtet, aber dafür entdecken wir einen anderen guten Grund nicht nachts zu fahren. Jedes größere Haus wird von mehreren Hunden bewacht. Wenn wir vorbeifahren rennen sie uns jedes Mal kläffend hinterher und springen an die Fahrräder. Da sind mir die burmesischen Hunde, die immer nur wie halbtot in der Sonne rumliegen, wesentlich lieber!

Endlich finden wir einen Sandstrand, der nicht allzu bewohnt ist und bauen unser Lager auf. Natürlich wollen wir auch noch schnell ins Meer hüpfen. Das ist aber gar nicht so leicht. Nach 100 Metern stehen wir immer noch nur bis zum Knöchel im Wasser. So genügen wir uns schließlich damit, uns etwas auf den Meeresboden zu liegen, wie in einer großen Badewanne. Die Temperatur stimmt jedenfalls.

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Im Zelt gibt es noch ein nächtliches Picknick und dann ist Schlafenszeit. Es regnet die ganze Nacht durch und am nächsten Morgen ist angenehm abgekühlt. Nach einem Sprung ins Wasser packen wir unsere Sachen zusammen und wollen danach frühstücken. Wir sind aber kaum fertig, da fängt es schon wieder an zu nieseln. Wir radeln also erst mal los.

Der Tag verläuft ohne große Ereignisse. Auf der Straße ist nach wie vor nicht viel Verkehr und es gibt sogar eine Fahrradspur. Sie verläuft hügelig am Meer entlang und durch Palmenwälder. Mit der atemberaubenden Landschaft in Burma kann der heutige Tag zwar nicht mithalten, aber idyllisch ist es allemal. Über den Tag hinweg werden wir noch einige Male nassgeregnet. Hier werden wir die Regenzeit vermutlich noch stärker zu spüren bekommen als in Burma.

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An einem wirklich wunderschönen Strand mit lauter bunten Fischerbooten machen wir eine kleine Eispause. Man kann hier auch schnorcheln, aber erst wieder morgen früh und so weit haben wir es heute noch nicht geschafft. Ich will noch kurz ins Wasser und dann wollen wir weiterfahren. Sobald ich diesen Entschluss gefasst habe beginnt es mal wieder wie aus Kübeln zu regnen. Nass ist man jetzt ohnehin, also ab in Meer.

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Kurz vor unserem auf der Karte ausgewählten Zielstrand kaufen wir uns im Supermarkt unser Abendessen ein. Jetzt dämmert es schon langsam und wir wollen schnell ankommen. Der Strand der uns erwartet ist mit seinem weißen Sand und ruhigem Meer wie aus dem Katalog geschnitten. Hier und da liegen Fischerboote, aber zumindest Häuser gibt es keine in der direkten Nähe. Außer unseren eigenen und den der Krabben sieht man keine einzige Spur im Sand.

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Ich baue das Zelt auf und räume unsere Sachen ein, während dessen macht Chris ein kleines Lagerfeuer. Sobald alles fertig ist, geht es ab ins Wasser. Es ist zwar auch hier recht flach, aber ein bisschen schwimmen kann man schon. Jetzt heißt es am Feuer Abend essen und natürlich blogpost schreiben 🙂

Bryony

Wir Fliegen

Der erste richtige Tag in Thailand begann mit einem Buffet Frühstück, so wurden wir auch wirklich satt. Anschließend stand einiges organisatorisches an. Wir mussten unsere Weiterreise in Thailand planen, neue Handys und eine thailändische Sim-Karte organisieren. Außerdem hatten wir noch einige Myanmar Kyat die wir zu Thailändischen Baht wechseln mussten.

Beim Frühstück entschieden wir uns für Arbeitsteilung. Bryony verfasst den aktuellen Blogpost im Hotelzimmer während ich den restlichen Kram erledige.

So bin ich losgezogen, unter Zeitdruck habe ich Handyladen nach Handyladen abgeklappert um den besten Deal zu bekommen. Schließlich habe ich ein Einfaches, aber neues, Smartphone bei einem kleinen Stand auf einem Markt gekauft. Eine Sim-Karte habe ich ein paar Stände weiter ebenfalls schnell besorgen können.

Das Geld zu wechseln war weniger leicht. Keine Bank und kein Geldwechsler wollte die Kyat haben. Die Währung war denen wohl zu heikel obwohl wir keine 10km von der Grenze entfernt sind. So musste ich das aufschieben, um 11 Uhr wollten wir auschecken und uns auf den Weg machen.

Zurück im Hotelzimmer gab es eine Überraschung. Saubere Wäsche J J. Gestern haben wir einen Teil unserer Wäsche bei einem Waschservice abgegeben, so besitzen wir heute den absoluten Luxus sauberer und vor allem trockener Wäsche, gekostet hat es nicht mal 2 Euro.

Zurück im Hotelzimmer haben wir spontan unsere Pläne geändert und für unsere Zeit in Thailand was ganz Neues ausgedacht. Es beinhaltet einen Flug den wir gleich am nächsten Tag noch angehen wollen. Für das Flugticket bin ich schnell zum nächstem kleinem Regionalflughafen gefahren und habe in der Tat zwei Tickets für uns und unsere Räder bekommen. Wohin es geht verraten wir noch nicht 😉

So ist die ToDo-Liste wieder länger geworden. Zwei Radkisten zum Transport der Fahrräder mussten besorgt werden. Eine konnte ich unweit vom Hotel billig erstehen, die zweite war weniger leicht zu finden. Bei einem Radladen etwas außerhalb wurde ich schließlich fündig. Es war ein echter Kraftakt diese auf dem Rad zum Hotel zu transportieren, aber die Räder sollten sicher reisen.

Nach einem kurzem breafing im Hotel entschlossen wir uns in einen nahegelegenen Nationalpark zu fahren. Ein Roller musste also mal wieder her. Hier konnten wir leider keinem Hotelangestelltem einen abknüpfen aber ein Rollerverleih wurde uns empfohlen. Ich bin schnell mit dem Rad hin und 10 Minuten später saßen wir zu zweit auf dem Roller. Zuerst ging es aber nicht zum National Park, sondern etwas essen.

Mit einem durch reichlich Nudeln gefülltem Magen ging es los. Unser neues Handy verriet uns es sein 40km durch die Berge bis zum Eingang, also nichts wie los bevor es dunkel wird. Am Ortsrand hielten wir noch schnell an einer Tankstelle an um etwas aufzutanken, der Tank war fast leer.

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Eine breite Straße führte uns durch die Berge bis es geschah. Gerade oben, auf einen kleinen flachen Stück ohne Kurve verabschiedete sich unser Hinterreifen. Wir hatten einen Platten. Mitten im nirgendwo in den Bergen, weit und breit war keine Menschenseele außerhalb eines Autos.

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Zum Glück haben wir uns heute Morgen ein neues Handy mit einer Sim-Karte gekauft und  der Verleih Service ging sogar ans Telefon. Wir sollten warten, sie schicken ein Fahrzeug das uns abholt.

Nach 20 Minuten hielt ein Pick-Up an. Der Fahrer, genauso wie seine Beifahrer konnten kein Englisch, so mussten wir mal wieder mit Händen und Füßen kommunizieren. Er lud den Roller auf die Ladefläche und wir sollten uns dazu setzen. So ging das Abenteuer anders als geplant weiter, lange weiter. Anfangs war es ganz cool hinten auf der Ladefläche, nach über einer halben Stunde Fahrt, in die falsche Richtung wohlgemerkt wurde es aber leider zunehmend unangenehm. Nach gut 40 km in die Falsche Richtung sind wir an einer Werkstatt angekommen. Während der Roller repariert wurde bimmelte mein neues Handy. Es war der Rollerverleih, sie wollten wissen wo wir uns verstecken, sie können uns nicht finden. Upps… Wir haben uns wohl von einem netten Thailänder mitnehmen lassen und den echten Pannendienst ignoriert.

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Egal, der Roller war schnell repariert, gekostet hat es auch nur 3 Euro. Nach einer weiteren schnellen Tankpause, machten wir uns wieder auf den Rückweg. Knapp 90km mit einem Roller durch die steilen Berge in der Dämmerung und das alles für nichts, für den National Park ist es schon zu spät.

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Zurück in Mae Sot haben wir uns in einem großen Supermarkt jeweils einen Salat zusammengestellt, den wir anschließend bei einem Film im Hotelzimmer gegessen haben.

Am nächstem Morgen ging der Stress weiter. Um 12:40 geht der Flieger, der Roller muss abgegeben werden und Geld muss gewechselt werden, außerdem brauchen wir noch eine Hinfahrt zum Flughafen mit den Radkisten und der zweite Teil unserer Wäsche kann um 11 Uhr abgeholt werden. Nicht viel Zeit für viele Erledigungen.

Der Roller war schnell abgegeben, etwas Ärger habe ich noch bekommen aber eigentlich war es ja nicht wirklich unsere Schuld. Anschließend habe ich noch schnell Klebeband gekauft und dann ein Art Tuk-Tuk organisiert das uns am Hotel abholt. Bryony hat währenddessen unsere Sachen zusammengepackt. Ich hoffe wir passen mit unserem ganzen Kram rein.

Schlussendlich habe ich sogar noch einen Geldwechsler gefunden der die Kyat gewechselt hat. Ein hier sesshafter, wahrscheinlich aber obdachloser, Amerikaner, gekleidet im Longi hat mich zur Wechselstube gebracht. Währenddessen hat er mir seine Lebensgeschichte erzählt, sein Vater hat im Vietnamkrieg gekämpft und er selber will sich für die Rechte von Schwarzen hier in Südostasien einsetzen, gleichzeitig äußerte er sich aber stark rassistisch gegen Muslime.

Vor dem Hotel veranstalteten wir mal wieder eine kleine Show um unsere Reisekasse aufzubessern. Wir haben einen Helm zum Geldsammeln auf den Boden gelegt und angefangen die Räder auseinanderzubauen um sie in den Kisten zu verstauen. Geld haben wir leider keines gesammelt, aber die Räder sind (hoffentlich) gut verpackt. Das mit der Show war nur ein kleiner Spaß 😉

Auch unser Tuk-Tuk erschien rechtzeitig. Gerade so passten die Räder mit den Taschen und Bryony hinten drauf. Ich musste mich hinten dranhängen. Ich glaube bald haben wir alle Transportarten einmal ausprobiert.

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Am Flughafen gab es dann einen kurzen Schockmoment. Wir waren zu spät und pünktlich zugleich. Gestern am Schalter wurde mir das falsche Ticket verkauft. Wir wollten um 12:40 fliegen, gebucht hat er uns den Flug um 11:20. Leider ist es jetzt schon 11:20, wir haben also den Flug verpasst. Zum Glück konnten sie uns schnell noch auf den 12:40 Uhr Flug buchen, dieser macht sowieso viel mehr Sinn, da unser Anschlussflug erst um 17:40 Uhr abhebt.

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Mit einer kleinen Propellermaschiene ging es ab in die Luft nach Bangkok, wo wir in einen zweiten Flieger umsteigen. In Bangkok mussten wir die komplette XXL Gepäckprozedur noch einmal durchmachen, anschließend verbrachten wir die Wartezeit mit Essen und Blogpost schreiben. Wohin uns die Flüge führen erfahrt ihr im nächstem Post.

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Chris

 

Neues Land, neues Glück?

Wir verbringen noch einige Zeit damit zu versuchen Chris Handy zurück zu kriegen, aber leider ohne Erfolg. Bis wir schließlich Richtung thailändische Grenze starten ist es schon früher Nachmittag. Beim Verlassen von Hpa An besuchen wir noch eine Höhle die mit Buddhafiguren gefüllt ist. Die größere Höhle, die tief in den Berg führt, ist heute leider geschlossen.

Die Straße ist ziemlich stark befahren und so fahren wir ohne große Pausen weiter bis in die Dämmerung. Die Gegend durch die wir fahren ist allerdings so dicht besiedelt, dass wir daran zweifeln, ob wir noch eine Stelle für das Zelt finden werden. Wir wollen ungern noch länger im Dunkeln weiterfahren, da auf der schmalen Straße viele LKWs sind.

Endlich ist links und rechts von der Straße Gestrüpp statt Häusern, aber wir merken schnell, dass auch hier noch viele Menschen unterwegs sind. Da die Sonne mittlerweile jedoch komplett untergegangen ist, ist weiterfahren uns zu gefährlich. Wir suchen eine freie Stelle im Dickicht und bauen das Zelt auf. Die Plane lassen wir weg, da es nach wie vor sehr schwül und warm ist. Kaum haben wir es uns im Zelt gemütlich gemacht fängt es jedoch an wie aus Kübeln zu schütten. Schnell rennen wir raus und machen unseren Schlafplatz wetterfest.

Am nächsten morgen merken wir, dass der komplette Boden eigentlich nicht aus Erde sondern aus Ameisen besteht. Unsere Schuhe und alles andere was auf dem Boden stand ist bedeckt mit den Tieren. Sobald man zu lange an einem Fleck steht krabbeln sie einem die Beine herauf und fangen an zu beißen. So schnell wie möglich flüchten wir aus dem Insektenmeer und auf die Straße.

Wo gestern kaum ein freier Fleck zu finden war ist heute nur noch wenig los. Außer ein paar Ständen die Wassermelone oder Litschis verkaufen gibt es nichts. Um die Mittagszeit können wir dann aber schließlich in einem kleinen Ort Reis mit Gemüse essen.

Wir haben uns in den Kopf gesetzt, dass wir heute noch bis Thailand kommen wollen, aber ohne Handy ist es schwer zu sagen wie weit es noch ist. Wir schätzen die Distanz auf gute 90km mit einem Berggipfel. Derweil ist die Straße sehr stark befahren. je weiter wir Richtung Grenze fahren, desto mehr häufen sich die LKWs. Die Straße ist kaum breit genug für den ganzen Güterverkehr und sehr kurvig. Wir hoffen, dass keins der überholenden Fahrzeuge sich verkalkuliert.

Nach etwa 35 sehr stressigen Kilometern kommen wir in einen größeren Ort. Da sich die Straßenlage nicht zu bessern scheint wollen wir jemanden finden der uns von hier nach Myawaddy, der burmesischen Grenzstadt, fährt. Schon beim zweiten fragen findet sich ein Taxifahrer, der uns für 25000 Kyat dazu bereit erklärt. Im Taxi merken wir, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Die Straße ähnelt immer mehr einer Autobahn, Spaß hätten wir hier bestimmt nicht gehabt!

Vor dem Grenzübergang sind wir etwas nervös. Offiziell darf man als Tourist Burma nur mit dem Flugzeug betreten und verlassen. In einem stark klimatisierten Büro werden unsere Pässe und Visas begutachtet. Zum Glück scheint alles in Ordnung zu sein und wir dürfen weiter zur thailändische Kontrolle. Auch hier verläuft zu unserer Erleichterung alles reibungslos.

Kaum über die Grenze merkt man große Unterschiede zu Burma. Die Straße hat keine Löcher und es gibt überall Ausschilderungen mit Kilometerangaben. Die Straße ist jetzt nicht mehr von Bambushütten sondern Supermärkten und anderen Geschäften umgeben.

Nach einer halben Stunde Fahrt kommen wir in Mae Sot an und finden auch bald ein Hotel. Mal schauen, ob wir unsere Pechsträhne an der Landesgrenze abhängen konnten.

Mit kaputter Kamera und jetzt auch ohne Handy können wir nicht wirklich Fotos machen, aber wir hoffen, dass wir bald eine Lösung finden 🙂

Bryony

Yangon

Im Hostel kriegen wir Frühstück und dazu einen fabelhaften Blick über die Stadt. Die chaotischen Straßen erstrecken sich so weit das Auge reicht. Zu unserer linken sieht man den Hafen mit seinen riesigen Frachtern im regen Betrieb.

Gestärkt gehen wir los um Yangon zu erkunden. Schon direkt vor der Tür beginnt der Trubel mit vielen Menschen und Essensständen. Was gleich auffällt ist, dass vor fast jedem Haus ein eigener Stromgenerator steht. Wir fahren jedenfalls erstmal mit dem Taxi zur Shweagon Pagode, die wir als Kopie schon in Naypyidaw gesehen haben. Eine Treppe mit grün goldener Überdachung führt nach oben. Zutritt zu der Pagode kostet für Touristen 8000 Kyat, aber da die Sehenswürdigkeiten sonst immer kostenlos sind ist das zu verkraften. Die Pagode selbst kann man zwar nicht betreten,  aber es gibt auch außen herum sehr viel zu sehen. Überall sind Schreine gefüllt mit riesigen Buddhas, heiligen Reliquien und kleinere Pagoden. In jeder der vier Ecken steht ein riesiger knorriger Bodhi Baum. Unter einem solchen Baum soll Buddha in der Meditation seine Erleuchtung erhalten haben. Der Nachbau kann da nicht mithalten! Wir erkunden die vielen prachtvollen Nischen und staunen, dass wir selbst hier scheinbar die einzigen europäischen Touristen sind.

Nur ein kurzer Fußweg entfernt liegt der People’s Park von Yangon. Ein angelegter Park mit Springbrunnen, Cafés und einigen Achterbahnen. Uns zieht es sofort zur ersten Achterbahn, aber bei Betreten des Wagons kommen mir schon die ersten Zweifel. Das Konstrukt sieht alles andere als neu aus und die Sicherung ist auch nicht gerade vertrauenerweckend. Aber zu spät, jetzt sitzen wir schon drin; knatternd und ächzend fährt der Wagen nach oben. Kurz bevor es in brausender Geschwindigkeit wieder runter geht erhaschen wir einen Blick von der Pagode.

Nach einer weiteren nervenaufreibenden Knatterfahrt mit einer sehr altertümlichen Bahn überredet mich Chris Tickets für das höchste und einschüchternste Gefährt zu kaufen. Von oben erhält man einen weiten Blick über die Stadt, aber ich bin trotzdem sehr erleichtert unten wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

Mit dem Taxi fahren wir zum Bahnhof um Bustickets nach Hpa An für den nächsten Tag zu kaufen. Unser Visum läuft in ein paar Tagen aus und die Region ist nicht so interessant, deswegen haben wir uns für eine Busfahrt entschieden. Vor dem Bahnhof kriegen wir an einem Stand Tickets für den nächsten Tag um acht Uhr abends. Der Bus soll um 5 Uhr morgens in Hpa An ankommen, wo wir dann direkt mit den Rädern weiterfahren wollen.

Danach wollen wir mit einem Umweg über den Markt zurück zum Hotel schlendern um eine Pause zu machen. Im downtown von Yangon sind im Prinzip alle Straßen Markt, da die Menschen überall am Straßenrand ihre Stände aufschlagen. Die Straßen sind alle thematisch sortiert, sodass wir zuerst durch eine kommen wo ausschließlich Schilder verkauft werden. Die Stände bieten alle ein buntes Sortiment an, aber nehmen auch Aufträge entgegen. Alles wird aufwendig in Handarbeit aus Plexiglas gesägt. Bei dem Anblick geraten wir auch etwas in Versuchung, aber für solche großen Sachen haben wir einfach keinen Platz. Wir stärken uns mit frischen Litschis, die hier eine sonderbar stachlige Oberfläche haben und Wassermelone. Die Stände bieten hauptsächlich Fleisch an und laden deshalb nicht zum Essen ein. Die Straßen die wir entlang laufen werden gesäumt von alten Kolonialgebäuden, die jetzt zum Großteil verlassen sind und langsam von Gestrüpp eingehüllt werden.

Zurück am Hotel setzen wir uns auf den großen Balkon im achten Stock und genießen die Aussicht. Es wird langsam dunkel, aber heiß ist es natürlich immer noch. Irgendwann kriegen wir Hunger und wollen auch nochmal runter auf die Straße. In einem unscheinbaren Indischen Restaurant kehren wir ein und kriegen super leckeres Essen. Satt und müde kehren wir zum Hotel zurück.

Am nächsten morgen packen wir schnell unsere Sachen zusammen um vor check out Yangon noch etwas erkunden zu können. Wir spazieren durch downtown, der Trubel hier bietet reichlich Unterhaltung. An dem Gerüst einer Baustelle sehen wir junge Arbeiter die zwar alle einen Sicherheitsgurt tragen, aber befestigt ist er nicht.  An den Füßen tragen sie alle Flip Flops. Die Sicherheitsmaßnahmen hier sind immer wieder ganz schön erschreckend.

Wir spazieren noch bis mittags herum und kehren dann zum Hotel zurück um aus zu checken. Mit den Rädern erkunden wir den Hafen. Hier gibt es einen Fischmarkt und viele riesige Fähren und Frachtschiffe. Nach einer kleinen Pause auf einem schwankenden Steg rollen wir langsam Richtung Busbahnhof. Dieser liegt etwa 20km außerhalb der Stadt, hinter dem Flughafen.  Das ist gar nicht so leicht, da viele Straßen vom Militär bewacht werden und wir sie nicht betreten dürfen.

Schließlich kommen wir aber mit zwei Stunden Zeitpolster an. Überall auf dem riesigen Gelände stehen Busse und es gibt keine Ausschilderung. Nach einigem rumgeirre finden wir das Büro von unserem Busunternehmen. Zum Glück ist schnell geklärt, dass wir die Fahrräder problemlos mitnehmen können. Wir müssen sie nicht einmal auseinander bauen. Leider fährt der Bus aber erst eine Stunde später, als uns in Yangon mitgeteilt wurde. Wir müssen also noch gut drei Stunden totschlagen. Wir suchen erstmal etwas zu essen und irgendwie schaffen wir es die Zeit bis zur Abfahrt zu überbrücken.

Der Bus ist sehr komfortabel, wenn auch extrem kalt und die Fahrt verläuft ziemlich ereignislos. Plötzlich werden wir geweckt und uns wird bedeutet den Bus zu verlassen. Draußen ist es stockfinstere Nacht und außer uns bleiben alle sitzen.  Wir haben kaum Zeit unsere Taschen zu schnappen, wir werden regelrecht aus dem Bus geschmissen. Der Fahrer wirft noch schnell unser Gepäck und die Räder aus dem Kofferraum und schon braust der Bus davon.

Die Stadt ist komplett ausgestorben, auf einer Anzeige sehen wir, dass es erst kurz vor vier ist. Mit so wenig Schlaf und in kompletter Finsternis macht es keinen Sinn weiter zu fahren, also entscheiden wir uns ein Guest House zu suchen. Wir sind auch schnell erfolgreich, widerwillig klingeln wir den Besitzer aus dem Schlaf und er führt uns auf ein Zimmer. Dort merken wir, dass irgendwo in dem Chaos vom Aussteigen Chris Handy abhandengekommen ist. Der Bus wird bis jetzt über alle Hügel sein, also schlafen wir erstmal. Am nächsten Morgen telefonieren wir mit der Busgesellschaft, aber leider ohne Erfolg.

Das ist erst der Anfang einer Pechsträhne die uns aus dem Land treibt. Wahrscheinlich haben wir irgendwo aus Versehen einen Buddha beleidigt.

Bryony

Der rollende Basar

Mit einem Knall der Tote wecken könnte wurden wir von unserer rebellierenden Klimaanlage aus dem Schlaf gerissen. Noch eine halbe Stunde konnten wir dösen, dann hieß es raus aus den Betten. Schläfrig packten wir unsere weit verstreuten Sachen zusammen und verabschiedeten uns von dem ungewohnten Komfort des Zimmers. Beim check out überreicht uns der freundliche Rezeptionist unser Frühstück.

Wir rollen über die ausgestorbenen Straßen bis zum Bahnhof. Dort angekommen können wir für nur 11200 Kyat (8,30€) unsere Tickets nach Yangon für die „upper class“ kaufen. Unsere Fahrräder sollen wir ans andere Ende des Bahnhofs bringen. Zwei Arbeiter vom Schalter führen uns durch einen vollgestellten Gang. An dessen Ende wird gerade eine Gruppe junger Militaristen gedrillt. Sind wir hier wirklich am richtigen Ort?

Schließlich werden in eine Art Garage geführt, die zu einem Büro umfunktioniert worden ist. Hier können wir für weiter 2600 Kyat (2€) Tickets für unsere Fahrräder kaufen. Chris tut sich etwas schwer sich von seinem Fahrrad zu trennen, doch schließlich lässt er es die Bahnhofsangestellten in den Gepäckswagon verfrachten.
Von einem weiteren Angestellten werden wir noch bis zu unseren Sitzen geführt. Es ist zwar nicht so sauber, aber wesentlich geräumiger als in der deutschen Bahn. Die Sitze der „lower class“ sind eng gereihte Holzbänke, wir sind ziemlich froh, dass wir die nächsten 7 Stunden nicht so verbringen müssen!

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Knatternd rollt der Zug aus dem Bahnhof. Er schaukelt so stark hin und her, dass man meinen könnte man sei auf hoher See. Es dauert nicht lange und etliche Händler versuchen ihre wahre den Fahrgästen zu verkaufen. Es gibt die typischen Gerichte wie fried noodle, aber auch schädelgroße, sonderbare Früchte, in Blätter gewickelten Reis oder sogar Lesebrillen.

Nach neun langen und heißen Stunden wird der Zug endlich langsamer. Aus dem Fenster sieht man stark heruntergekommene Plattenbauten. Direkt an den Gleisen leben, scheinbar in großer Armut, Menschen unter einfachen Plastikplanen. Trotzdem hier nichts von dem Prunk und Protz von Naypidaw zu finden ist, bleibt Yangon die kulturelle und wirtschaftliche Hauptstadt. Nach wie vor ziehen viele Menschen hierher und auch die Botschaften sind nicht in das neue Zentrum umgezogen.

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Endlich können wir den Zug verlassen und ohne Komplikationen unsere Fahrräder abholen. Da wir etwas Verspätung haben dämmert es schon langsam und wir wollen schnell unser Hotel finden. Wir schlängeln uns die wenigen Kilometer durch den dichten Verkehr. Den Trubel der überfüllten Stadt sind wir nicht mehr gewohnt, aber es ist schön wieder im echten Leben zu stehen. Obwohl die Sonne schon fast ganz untergegangen ist, nimmt der Trubel nicht ab. Hier scheinen sich die Menschen nicht so früh zurück zu ziehen wie in den anderen Städten, die wir besucht haben.

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Wir checken in das Backpacker B&B ein, wo Chris im Voraus schon für uns reserviert hat. In Yangon ist es nicht so leicht ein sauberes Hotelzimmer zu finden, dass bezahlbar ist. Chris hat aber zum Glück eine sehr gute Wahl getroffen. Wir dürfen unsere Fahrräder in einer Kammer unterstellen und fahren dann rauf zu unserem Zimmer im achten Stock. Ein Fenster gibt es zwar nicht, aber es ist sehr sauber und schön. Jemand hat sich sogar die Mühe gemacht aus Handtüchern Elefanten zu falten und Rosenblätter auf den Betten zu verteilen.

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Wir erfrischen uns kurz von der Zugfahrt, aber dann geht es schnell wieder auf die Straße. Unsere Mägen knurren und wir wollen dringend etwas essen. Ich habe mich endlich von dem Street Food Marathon erholt und habe das Risiko nicht gewagt im Zug etwas zu essen. Bzw. wir haben so lange Kotzen oder Risiko gespielt, bis wir schon da waren und es zu spät war. So verschlägt es uns in eine Pizzeria, die vom Reiseführer angepriesen wird.

Nach dem Essen spazieren wir zurück zum Hotel um dort erschöpft in die Federn zu fallen.

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Am nächsten Tag waren wir so viel unterwegs, dass keine Zeit zum Schreiben geblieben ist. Aber keine Sorge, eine Nacherzählung folgt morgen 🙂

Bryony

 

Naypyitaw – die Stadt des Größenwahns

Naypyitaw ist die aktuelle Hauptstadt von Myanmar, offiziell gebaut wegen Platzmangel in der alten Hauptstadt Yagon, aber wahrscheinlich ist es mehr ein Prestigeprojekt der (damaligen) Militärregierung. Die Stadt wurde über einige Jahre heimlich errichtet und 2005 feierlich eröffnet, dann musste die komplette Regierung  umziehen.

Die Stadt wurde auf dem Reißbrett für einige Millionen Menschen gebaut, offiziell wohnen aktuell 900.000 Menschen hier, in Realität wahrscheinlich nur 200.000-300.000 auf einer Fläche 10-mal größer als Berlin.

Eingeteilt ist die Stadt in Gebiete: Militärzone,Wohnzimmer, Hotelzone und Regierungszone. Dementsprechend sind wir in der Hotelzone, hier gibt es nur Hotels, nichts anderes. Viele prunkvolle leere Hotels. Keines ist älter als 10 Jahre, keines hat mehr Gäste als Angestellte, alle bestechen mit weitläufigen Grundstücken schönen angelegten Gärten und großzügigen Zimmern.

Eine Hotelruine neben unserem Hotel
Eine Hotelruine neben unserem Hotel

Öffentlichen Nahverkehr gibt es nicht, um von A nach B zu kommen muss man Auto oder Roller fahren. Außerdem gibt es ein unverhältnismäßig teures Taxiunternehmen das vom Militär Betrieben wird. Da alle Orte von Interesse oft gute 10km voneinander entfernt liegen ist es zum radfahren zu weit. So grübelten wir wie wir die Stadt erkunden wollten.

Offiziell dürfen Touristen in Naypyitaw keine Roller mieten, aber fragen schadet nicht dachten wir uns. So wählten wir die 0 auf unserem Klotelefon (ja wir haben ein Telefon auf der Toilette) und waren sofort mit der Rezeption verbunden. Ein paar Sekunden später stand der Junior Hotel Manager vor unserer Zimmertür. Wir konnten einen Roller mieten. Wir wissen nicht wo er ihn aufgetrieben hat, ob es seiner war oder der des Kochs aber wir durften ihn für heute und morgen benutzen.

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20 Minuten dauerte die Fahrt über 20 Kilometer bis zu einer großen prächtigen Mall. Die Fahrt führte über große, breite menschenleere Straßen, nur ein paar wenigen Rollern sind wir begegnet. Die Straßen vorbei an angelegten Grünflächen und prächtigen Kreisverkehren mit haushohen Skulpturen von Blumen sind gemacht für Autos, nicht für Fußgänger.

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Die Mall versetzte uns in einen Kaufrausch. Es wurde echte Kuhmilch, echter Käse Angeboten, auch viele andere Europäische Leckereien konnte man hier teuer erstehen. Wir griffen zu. Gut bepackt machten wir uns wieder auf den Rückweg zu dem billigsten Hotel der Stadt, einem Luxushotel.

Den Rest des Abends verbrachten wir mit dem Verzehr unseres Einkaufes und natürlich dem aktualisieren des Blogs.

Am nächsten Morgen wurden wir früh geweckt, die Klimaanlage entschied sich um 5 Uhr Morgens lautstark den Geist aufzugeben. So ergab es sich das wir schon um 8 Uhr beim Frühstück waren. Da wir die einzigen Gäste im Hotel sind wurden wir von fünf Mitarbeitern perfekt versorgt. Der Koch kam mehrfach um sicherzustellen ob alles schmeckt und unsere Gläser waren nie lange leer. Es ist schon sehr merkwürdig dieses riesige Hotel (68 Betten) ganz für sich zu haben.

Mit dem Personal haben wir uns über die zwei Tage ganz gut angefreundet. Junge Europäer sieht man hier nur sehr selten, so mussten wir auch wieder für reichlich Fotos posieren.

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Nach dem Frühstück sind wir wieder auf den Roller gesprungen um die „Hauptattraktion“ der Stadt zu besichtigen. Eine riesige Pagode, ein Nachbau der berühmten Shwedagon Pagode aus der alten Hauptstadt. Mönche sah man keine an der Pagode und gebetet hat hier auch kaum einer, es waren nur ein paar burmesische Touristen vor Ort. Die Fälschung scheint nicht so gut anzukommen bei der Bevölkerung.

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Vor der Pagode werden außerdem noch 5 junge weiße Elefanten in absolut unwürdigen Bedingungen gehalten. Die seltenen Elefanten gelten als Zeichen für Wohlstand und Macht, fünf dieser sollen wohl eine klare Botschaft senden.

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Unser nächstes Ziel sollte das Parlament sein. Im Parlament gibt es aktuell, nach einer jahrzehntelangen Militärdiktatur, eine frei gewählte Regierung, in der aber immer noch 25% der Sitze dem Militär fest zugesprochen sind.Auf dem Weg zum Parlament bekamen wir den wahren Größenwahn der ehemaligen Machthaber erst so richtig zu spüren. Erst 16, dann 20 und zum Schluss bis 24 Spuren breit waren die Straßen die zum Parlament führen. Die fast ungenutzten Straßen wären selbst für eine multi Millionen Stadt zu groß. Gerüchte behaupten sie seinen so groß damit sie im Kriegsfall als Landebahn genutzt werden können.

24 Spuren
24 Spuren

Zum Parlament haben wir es nicht geschafft. Der Weg wurde uns weit vorher vom Militär blockiert, Touristen dürfen nicht in die Nähe vom Parlament, auch Fotos machen ist verboten.

Militärblockade
Militärblockade
Ein heimliches Foto vom Parlament
Ein heimliches Foto vom Parlament

Viel gab es nicht mehr zu sehen in der Stadt. Ein Edelstein Museum und einen Water Fountain Park. Über einen „kleinen“ Umweg machten wir uns auf den Weg zum Museum. Klein ist hier relativ, alles ist so riesig und weit auseinander das es jedesmal Ewigkeiten dauert irgendwo hin zu kommen. Die 11 Ministerien (11 weil es eine Glückszahl ist :))  z.B. sind alle einige Kilometer voneinander entfernt obwohl sie in der gleichen Zone sind. Perfekt für eine effiziente Zusammenarbeit. Für Wirtschaftlich sinvolles handeln ist die (alte) Militärregierung berühmt, in den letzten Jahrzehnten hat sie es geschafft eins der reichsten Südostasiatischen Länder in das ärmste zu verwandeln. Es werden z.B. nur 0,4% der GDP in die Gesundheit des Landes investiert und 2 von 5 Kinder sind unterernährt, aber es wird eine total überflüssige neue Hauptstadt mit unzähligen Machtbauten gebaut.

Das Gems Museum war wieder ein perfektes Beispiel. Ein riesiges Gebäude, umgeben von einem großen angelegten Garten mit zahlreichen Skulpturen, gefüllt mit etlichen teuren Edelsteinen,darunter die größte Perle der Welt. Die Edelsteine wurden eifrig von dem Militär angekauft während die Bevölkerung hungert.

Gems Museum
Gems Museum

Im Erdgeschoss versuchen einen bestimmt 30 Verkäufer an vielen kleinen Ständen Steine zu verkaufen, natürlich sind wir die einzigsten Gäste.

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Nach dem eher langweiligen Erlebnis machen wir uns wieder auf die 20 Minütige,  eintönige Fahrt durchs nichts zum Hotel.  Die Straßen sind wieder fast menschenleer aber eins fällt besonders auf: die Menge an Arbeitern die die Stadt Pflegen. Überall stehen sie in der brütenden Hitze und pflegen die ausgiebigen Grünanlagen oder fegen die sauberen Straßen.

Gerade im Hotel angekommen begann es Mistgabeln mit den Spitzen nach unten zu regnen, perfektes Timing. Unsere Klimaanlage war leider noch kaputt und wir zu faul in ein anderes Zimmer umzuziehen, so schwitzen wir bis 18 Uhr bevor wir uns wieder auf die weite Reise gemacht haben.

Müsli in der kalten Dusche
Müsli in der kalten Dusche

Trocken kommen wir im Water Fountain Park an. Ein Park mit einigen bunt beleuchteten Springbrunnen und lauter Musik. Auch zwei große Aussichtstürme wurden errichtet. Ein ganz lustiger Abschluss des Tages.

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Im Hotel habe ich noch kurz ein super frühes Take Away Frühstück für uns Organisiert, denn wir wollen morgen um 8 Uhr den Zug in die 400km entfernte alte Hauptstadt nehmen. Anschließend haben wir uns zeitig in unser luxus Bett verzogen, ca. 150km auf dem Roller gehen auch nicht ohne Anstrengung vorüber.

Eine Geisterstadt?

Gestern sind wir erschöpft bei den Hot Springs angekommen anschließend hat unser heißer privater Jacuzzi uns unsere letzte Energie geklaut. Also ab ins Bett, nur was war das? Die Dusche funktionierte nicht, die Toilette war total versifft und aus dem Wasserhahn kam nur eine stinkende braune Brühe. Die „Haustür“ konnte man, einmal geschlossen, nicht mehr von innen aufmachen (wir mussten uns einen Griff bauen). Den Boden wollte man sowieso nicht berühren, der Ekel wurde hier von alten Tischdecken verdeckt. Das schlimmste war jedoch das Bett. Eine 5 cm, weiche, schmutzige „Matratze“ sollte für Komfort sorgen. Wir entschieden uns für unsere Isomatten. Ich könnte hier jetzt noch lange weiter schreiben. Ich lasse es mal lieber.

Erholsam war die Nacht nicht, tausende Mücken haben uns terrorisiert, welche durch die undichten Fenster eingedrungen sind. So waren wir schon um 7 Uhr wach und um 8 Uhr 10km entfernt am Frühstücken in einem Dorf.

Weitere 10km in den Tag hinein mussten wir eine Entscheidung treffen. 70 oder 90km? Die 70km Variante sollte über eine super super kleine Straße führen. Die längere Route über eine etwas größere. Wir wollten die mit dem geringstem Widerstand. Ein alter Bauer half uns schließlich. Mit Händen und Füßen teilte er uns mit, dass die größere Straße die bessere Wahl sei.

(links klein, rechts „groß“)

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Die Strecke wollten wir unbedingt schaffen, Ziel sollte Naypidaw sein; die Hauptstadt von Myanmar und wohl absurdeste Stadt der Welt. Eins der vielen Highlights der Reise.

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Es ging die ersten 15km wieder viel Bergauf bevor wir endlich erlöst wurden. Eine lange Abfahrt sollte die letzte in diesem Gebirge sein. Die Abfahrt führte uns direkt in das tellerflache Flachland in dem die Hauptstadt liegt.

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In Naypidaw sind wir aber leider noch nicht, dazu mussten wir uns noch über eine ungewohnt viel befahrene und verwöhnend ebene Straße fortbewegen. Mit einer kleinen Colapause konnten wir auch dieses Hindernis schnell hinter uns lassen.

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Naypidaw ist wahrhaft eine komische Stadt. Riesig aber Menschenleer. Zuerst machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. 10km von der Stadtgrenze und gleichzeitig 20km vom Zentrum entfernt liegt der Bahnhof Zentral in der Stadt 😉 Die Straße zum Bahnhof mit 5 Fahrspuren in jede Richtung ist leicht überdimensioniert aber man weiß ja nie. Vielleicht fällt ja mal ein Zug aus…

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Am Bahnhof wollten wir Tickets kaufen für eine Zugfahrt übermorgen, Zugtickets kann man in Burma nur am Bahnhof kaufen und nur 2 Tage im voraus. Auch mussten wir in Erfahrung bringen ob wir unsere Fahrräder mitnehmen dürfen. Tickets wollte man uns nicht verkaufen. Wir sollen am Tag der Abreise um 7 Uhr wiederkommen. Hoffen wir,  dass alles klappt.

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Weiter geht es in die Hotel Zone. Naypidaw hat zwei Hotel Zonen, nur in diesen dürfen Hotels gebaut werden. Also weitere 8 km entlang riesiger, kaum befahrener Straßen. Die kleinen Straßen hier sind größer als die meisten Autobahnen in Deutschland, dadurch kommt man sich wie eine langsame Schnecke vor.

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Mit knurrendem Magen und dem dringendem Bedürfnis zu Duschen kamen wir schließlich an einem Hotel an. Der Preis wurde schon vor der Einfahrt angekündigt, 25.000 Kyat (18€), sehr schön. Mit der Einfahrt begann das Spektakel: eine 500m Lange Auffahrt einen Berg hinauf, umgeben von einem schönen angelegtem Garten führt uns direkt zu einer großen Empfangshalle. Zwei Angestellte kamen uns im leichten Regen mit Schirmen entgegen und schützen uns auf den letzten Metern sorgsam vor Wasser von oben. Sind wir hier richtig, können wir uns das leisten?

Der junge Rezeptionist konnte etwas Englisch und übergab uns schnell die Zimmerschlüssel nachdem wir für zwei Nächte bezahlt hatten. Das Zimmer ist riesig und bietet echten Luxus. Riesige Fenster, Echtholzparkett, schöne Möbel und ein riesiges, komfortables Bett. Aber vor allem eins ist einfach genial. Alles ist sauber, wie geleckt!

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Wie der Tag zuende ging erfahrt ihr im nächstem Post!

Kotzen oder Risiko

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Die Nacht in unserem 1500m Hotel war kalt, ja wirklich es war kalt. Der morgen bot nichts besseres. Im Nieselregen sind wir vom Hotel einmal über die Straße zum Chinesen, bei dem wir auch schon gestern zu Abend gegessen haben. Angezogen haben wir fast alles was wir so haben und was nicht gerade noch klatschnass auf der Wäschereien hing, die wir einmal durch unser Zimmer gespannt hatten.

BilderBlogTag20-2337

Während wir auf das „Frühstück“ gewartet haben überlegten wir was wir mit der Kleidung anstellen sollten. Seit Tagen tragen wie immer wieder feuchte Kleidung mit uns herum. Die Lösung sollte ein Fahrradkorb sein. Kurzerhand verabschiedete ich mich von Bryony und machte mich auf die Suche. Bei einer kleinen Rollerwerkstatt wurde ich fündig: ein gebrauchter Korb, sogar mit Deckel. Englisch konnte der Verkäufer natürlich nicht, verstanden haben wir uns trotzdem gut, so schenkte er ihn mir kurzerhand 🙂

Nichtmal eine Stunde später waren die Sachen gepackt, der Korb montiert, das Hotel bezahlt und wir bereit in die Pedale doch dann passierte es der Niesel wurde zu Regen. Kaltem Regen. Eine Wahl hatten wir nicht, wir mussten da raus. Eine Mitarbeiterin des Hotels erklärte uns es sei immer so hier oben.

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Unsere einzige Hoffnung fanden wir im Höhenprofil der heutigen Etappe. Nach 5 welligen Kilometer sollte es über 20 km bergab gehen, von 1500m auf 450m, unten sollte das Wetter besser sein. So war es dann auch. Eine Stunde mussten wir frieren bis wir aus den Wolken raus waren, plötzlich wurde es trocken und warm.

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Fritz hat kommentiert ob wir vom Fremdenverkehrsamt gesponsert werden. Gesponsert werden wir leider nicht, jedoch ist die Landschaft hier so schön, dass wir auch ohne Bezahlung stundenlang von ihr schwärmen können. Eigentlich fahren wir den ganzen Tag mit offenem Mund fasziniert durch die Landschaft, heute ganz besonders.

BilderBlogTag20-2339Nach dem Hotel sind wir auf eine kleine Straße abgebogen, welche nicht viel breiter als ein Auto war. Die Straße schlängelte sich eng am Fels mit vielen kleinen Kurven steil Richtung Tal.

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Ein paar sehr Steile Gegenanstiege zehrten stark an unseren Kräften so das wir im Tal schon wieder Hunger hatten und zwangsläufig ein neues Spiel erfanden. Kotzen oder Risiko.

Kotzen oder Risiko die Anleitung

Begebe dich in ein Entwicklungsland in dem du nicht die Sprache sprichst.

Bewege dich in eine wenig besiedelte bergige Gegend mit einem nicht motorisiertem Transportmittel.

Verspüre Hunger, sei erschöpft und bevorzuge eine vegetarische Ernährung.

Jetzt begibst du dich bergab durch ein kleines Dorf und suchst nach etwas Essbarem. Alle Möglichkeiten liegen etwa 500m auseinander. Zurückfahren ist verboten!

Die erste Möglichkeit kommt. 2 Tische, kein Gast. Eine Hundfamilie liegt in der Küche. Dem einem fehlt ein Bein, alle andern haben ungesund aussehenden Haarausfall.

Kotzen oder Risiko?

Kotzen: Essen

Risiko: Weiter steil bergab

Die zweite Möglichkeit. 5 Tische, kein Gast, tote Tiere liegen in der Prallen Sonne auf einem altem Holzbrett.

Kotzen oder Risiko?

Die dritte Möglichkeit. 4 Tische, kein Gast. Am Geruch ist der Laden schon aus der Ferne zu erschnuppern, es riecht mehr nach Mülldeponie als nach Essen. Die Küche sieht auch so aus.

Der Ort kann nicht mehr lang sein, der Magen knurrt aber es geht weiter Steil Bergab.

Kotzen oder Risiko?

Die vierte Möglichkeit. Ein paar mehr Tische und sogar 2 Gäste. Die Gäste lächeln uns an. Der Wirt winkt uns zu, wir sollten uns hinsetzen. Leider gibt es nicht zu Essen nur Getränke und Snacks.

Kotzen oder Risiko?

Die fünfte Möglichkeit. Einige Tische, keine Gäste. Es ist nicht sauber aber akzeptabel. Die Küche kann man nicht sehen. Es stinkt nicht.

Kotzen: Wird sich herausstellen.

Risiko: Game Over.

Ich hoffe ihr habt das Spiel verstanden, wir müssen es zurzeit mindestens einmal Täglich spielen.

Nachdem wir ohne es ohne kotzen geschafft haben unsere Mägen zu sättigen ging es weiter.

BilderBlogTag20-2207

Wieder bergauf, aber was war das? Plötzlich standen wir mitten im Nirgendwo vor einer riesigen, monumentalen Hängebrücke.

BilderBlogTag20-2222

Die Brücke war Menschenleer, auf beiden Seiten durch das Militär beschützt führte sie über einen großen dunklen See. Verrückt.

BilderBlogTag20-2259

Alles was wir heute Vormittag gemütlich genießend bergab gerollt sind müssen wir uns jetzt auf der anderen Seite des Tales wieder bergauf quälen. Steil bergauf wie sich herausstellen sollte.

BilderBlogTag20-2344

Wir hatten aber eine Motivation. Beim Essen haben wir auf einer Karte entdeckt das es auf der anderen Seite des Berges, etwas abseits unserer Route, Hot Springs geben soll. Leider war das auch schon alles was wir wussten. Wir wussten nicht ob man baden konnte oder ob es vielleicht nur ein warmer Wasserstrahl war.

Der Berg zog sich; die kleine Straße wendete sich mühselig mit vielen kleinen Serpentinen sehr sehr Seilden Berg hoch.

BilderBlogTag20-2299Verkehr gab es kaum, vielleicht kam alle 5 Minuten mal ein Fahrzeug. Verpflegung wurde auch nicht angeboten, nicht mal Menschen Wohnten entlang der Straße. Der Ausblick entschädigte.

BilderBlogTag20-2296Oben war das Wetter leider wieder etwas bescheiden und kalt war es natürlich auch. Umso mehr haben wir uns auf tolle Hot Springs gefreut.

Die Abfahrt gingen wir mit viel Hoffnung an. Wir wollten vorher noch etwas Wasser kaufen um dann nach den Hot Springs irgendwo in den Bergen zu campen. Es dauerte nicht lange dann war es so weit, wir waren ganz in der Nähe, es fehlte nur noch ein Weg zu ihnen. Diesen gab es leider nicht. Traurig rollten wir, noch immer ohne Wasser, den Berg weiter hinab.

Gar nicht so viel später aber viele Meter weiter unten im Tal kamen wir schnell zum Stillstand. Ein großes prächtiges Schild verkündete Hot Springs Resort.

BilderBlogTag20-2372„Genial“, dachten wir. Zuerst Baden, Esssen und schlafen in eins. Der zweite Gedanke bezog sich auf das Geld, wahrscheinlich unbezahlbar. Der dritte auf die Distanz dahin. Eine kleine Straße verschwand hinter den Bäumen. Laut Handy war das Resort 2,6km weit Weg. Wahrscheinlich würde es bergauf oder bergab gehen. Risiko oder Stinken 🙂 Nach einiger Grübelei entschieden wir uns für Risiko. Es ging die 2,6km sowohl steil bergauf wie bergab, uns wurden die letzten Kräfte aus den Beinen gezogen.

Schon von der Ferne sahen wir die großen Dampfwolken aufsteigen. Wir waren richtig. Schwimmen konnten wir, das erkannten wir schnell, die Rezeption war weniger schnell gefunden. Die Anlage war nicht klein, Menschen gab es wie gewohnt wenige.

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20.000 Kyat! Nur ca. 14€ für einen eigenen Bungalow mit zwei Zimmern und einem privaten Jaccousi! Wir hatten mit dem 10-fachem gerechnet. Genial!

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Den Abend ließen wir gemütlich mit einem Myanmar Beer und friede noodle mit Gemüse (was sonst) ausklingen.

Chris

PS: Morgen kommt heute und Morgen!

Bryony die Banane hat den Titel vergessen.

Nach einer erholsamen Nacht ging es meinen Magen viel besser und so haben wir uns entschieden weiter zu fahren. Zum Frühstück gab es natürlich wieder Pfannkuchen. Auf einer welligen Straße ging es einmal den See entlang bis an den anderen Zipfel. Die Straße war gesäumt von luxuriösen Hotels und Spas. Wir kamen gut voran, aber leider konnte ich in unserer Mittagspause noch nicht wirklich was essen.

Nach einer Weile bemerkten wir eine Straße, die parallel zu unserer verlief und  nicht so verkehrsreich wie unsere zu sein schien. Wir wechselten auf die andere Straße, um sie zu erkunden. Da sie etwas höher gelegen war hatte man von hier eine tolle Sicht über den See. Merkwürdiger Weise fuhr hier tatsächlich kein einziges Auto. An den Straßenrändern waren auch keine Siedlungen oder Cafes, wie es sonst der Fall ist. Man konnte sehen, dass die Straße noch viele Abzweigungen in die Berge hatte die auch alle wie leergefegt waren. Anscheinend wurde hier in der Erwartung, dass die Bevölkerung um den See wachsen würde, die Infrastruktur ausgebaut aber nie genutzt.

BilderBlogTag18+19-1990

Nachdem wir uns zum letzten Mal vom Inle See verabschiedet hatten ging es weiter Richtung Naypidaw. Die Straße verlief jetzt sehr flach zwischen Reisfeldern und man konnte sehen wie die Menschen mit der Hand das Feld pflügten. In der Ferne türmten sich die Berge verheißungsvoll vor uns auf.

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In der letzten Ortschaft vor den Bergen konnten wir Abendessen. Es gab Reis mit Spinat. Das Essen war nicht sehr geschmacksintensiv aber wahrscheinlich war das genau das richtige für mich. Gestärkt wollten wir noch ein kleines Stück in die Berge fahren, um hier einen Platz zum campen zu finden.

Es ging direkt seehr steil hinauf, aber schon nach wenigen Metern wurden wir durch wunderschöne Ausblicke belohnt. Unter uns erstreckten sich Felder, Dörfer, Gebirgsketten und etwas ferner der Inle See. Es dauerte nicht allzu lang, bis wir eine Flache Stelle gefunden hatten die nicht von einem Feld eingenommen war und von der Straße aus nicht sichtbar war.

BilderBlogTag18+19-2066

Es dämmerte schon und die Mücken fingen an uns in Scharen anzugreifen; wir bauten also schnell das Zelt auf und genossen ein kurze „Dusche“ unter der Radflasche. Als die Sonne untergegangen war entfaltete sich über uns ein wirklich atemberaubender Sternenhimmel. Man konnte die Milchstraße und endlose andere Sterne ganz klar erkennen. Der Himmel kam so toll zur Geltung, da es weit und breit kein Dorf gab und es keine Straßenbeleuchtung gibt. Die meisten Burmesen leben ohnehin angepasst ans Sonnenlicht, da es Nachts meistens keinen Strom gibt. Leider waren die Sterne aber so hell, dass wir schließlich die Plane über das Zelt legen mussten um schlafen zu können.

BilderBlogTag18+19-2056

Am nächsten morgen gab es einen Keks und dann schwangen wir uns auf die Räder. Schon die ersten Kilometer machten mir ganz schön zu schaffen. Es war sehr steil und anstrengend, aber der Blick ins Tal war nach wie vor wunderschön. So schöne Berge habe ich noch nie durchfahren!

So idyllisch es auch war, Dörfer gab es kaum welche und wenn dann waren sie winzig. An den Straßenrändern waren viele Rollerwerkstädten, aber zu essen gab es nichts. Mit leerem Magen kämpften wir uns also die Berge hinauf. Es kühlte den Tag über immer weiter ab und als wir die Wolkenschicht betraten waren wir von konstantem Nieselregen umgeben. Die Ausblicke haben die Anstrengungen jedoch mehr als entschädigt.

BilderBlogTag18+19-2117

Nach einer kurzen Abfahrt führt die Straße durch eine Art Bergwerk. Erwachsene und sehr junge Kinder hauen mit Hämmern Steine aus der massiven Bergwand. Es sieht nach extrem harter Arbeit aus. Ein Stück weiter ist die kleine Siedlung der Arbeiter. Aus Plastikplanen und Ästen haben sie hier ihre einfachen Unterkünfte gebaut. Bei den frischen Temperaturen und dem Dauerregen ist das kein leichtes Leben.

BilderBlogTag18+19-2139

Hungrig und ausgekühlt erreichten wir schließlich Pin Lang, ein kleines Bergstädtchen. Ursprünglich wollten wir hier nur eine Pause machen und etwas essen. Der Anblick eines Motels und die Vorstellung von einem Bett und einer Dusche haben meine Motivation weiter zu fahren jedoch wesentlich verringert. Kurz nachdem wir unsere Sachen hier abgelegt haben fängt es draußen an zu schütten. Zu Bleiben war also keine schlechte Entscheidung.

In einem gut gefüllten Restaurant, dass uns von einem Angestellten des Motels empfohlen wurde, können wir danach endlich etwas essen.

P.S: Ich tippe darauf, dass mir die frittierten Kichererbsen den Magen verdorben haben, aber vermutlich war es einfach ein allgemeiner Fritierschock. Ja Mama, du hattest Recht 😉

Bryony

 

Zu schmutzig zum schwimmen aber sehr schön!

Der verrückte Inle See. Wie schon im letzten Post verraten sind wir jetzt am Inle See, ein riesiger von Bergen umgebener See in Zentralmyanmar. Genauer im Shan Staat, welcher für seinen bis heute andauernden Bürgerkriege bekannt ist. Hier gibt es in einigen Teilen seid über 60 Jahren Bürgerkriege zwischen bis zu 50 sich rebellierende Gruppen, somit ist es der am längsten anhaltende Bürgerkrieg der Welt. Auch die Militärregierung nicht die Lage unter Kontrolle zu bekommen.

Die Region am Inle See, in der wir uns befinden, und die Regionen die wir durchfahren werden sind hingegen friedlich. Der Inle See ist ein großes touristisches Highlight des Landes, hier gibt es nur eine sehr kleine militärpresenz.

Gestern sind wir nach einen weitem leckerem Pfannkuchem zum Frühstück im Hotel den Tag langsam angegangen. Am Vormittag haben wir uns jeweils eine halbstündige traditionelle burmesische Massage geleistet. Die Masseurinnen hatten ihr Handwerk wirklich gut drauf und haben unsere Körper wieder zurecht gedrückt für viele weitere Kilometer auf den Drahteseln.

Pancake Breakfast

Zwischendurch haben wir für Morgen eine Bootstour auf dem See organisiert. Den Preis konnten wir nicht verhandeln, aber die Abfahrtszeit. Der Kapitän holt uns um 8 Uhr vom Hotel ab. Eigentlich immer noch viel zu früh!

Nach der Massage haben wir zu einem Drink auf der Dachterrasse eines Cafés nicht nein sagen können. Wie immer waren wir ganz alleine, bzw. wir uns vier sich langweilende Kellner. In der Regensaison scheint sich keiner hier her zu trauen, dabei ist es doch so schön! Nach dem leckerm Gin Tonic hatten wir schon wieder Hunger…. Menschsein ist echt schwer!

Um unseren Geldbeutel nicht noch leichter zu machen entschieden wir uns für Street Food. Es dauerte nicht lange bis wir den ersten Stand fanden.

Stand 1: Kichererbsen, mit Frühlingszwiebeln in einem Teig in reichlich Fett frittiert. Sagen wir es so, es war Okay.

Stand 2: Ein paar Blöcke weiter standen einige Rollerfahrer um einen Stand herum und warteten. Das musste schmecken. Ein Teig wurde mit viel geschick sehr dünn geschwungen und dann mit einer undefinierbaren Pampe beschmiert, bevor er in sehr sehr viel Fett auf einem Holzfeuer frittiert wurde. Es war eine leckere süße Nachspeise. Die Pampe war wohl aus Ei und Banane. Daumen hoch.

BilderBlogTag16+17-1801

Stand 3: In einer Parallelstraße nicht weit entfernt. Eine Mischung aus burmesischer und indischer Küche. Wir griffen bei zwei verschiedenen Sorten Pakora zu. Die eine war gut. Die andere nicht. Das gute bestand hauptsächlich aus frittierten Zwiebeln 😉

Stand 4: Direkt neben unserem drittem Gang gab es einen Stand mit klassischer Shan Küche. Hier trauten wir uns an einen art Nudelsalat der  lauwarm serviert wird. Dieser war wirklich nicht schlecht! Zum Abschluss gab es dann noch eine Portion Erdnuss-Reissalat.

Jetzt kommt die 1.000.000 € Quizfrage: Welche der Speisen hat Bryonys Magen verunstaltet? (Bitte kommentieren, Bryony antwortet im nächstem Post!)

Mit gefülltem Magen haben wir uns dann auf dem Weg zurück in das Hotel gemacht, die Sonne war schon wieder dabei sich zu verabschieden.

Die Nacht war weniger erholsam, Bryonys Magen machte Faxen, die Bootstour wollten wir uns aber nicht entgehen lassen.

Wie vereinbart wurden wir um 8 Uhr vom Hotel abgeholt. Unser nur 20 Jahre alte Bootsführer brachte uns schnell zu seinem Boot. Ein schmales, aber langes Holzboot in dem bis zu 5 Touristen (ca. 20 Einheimische) platz finden. Angetrieben und gelenkt wird es über einen kleinen speziellen Motor am Heck.

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Die fahrt begann mit viel Lärm und hoher Geschwindigkeit. Wir rasten nur so über den 22 km langen und 11 km breiten See.

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Unser erstes Ziel war eine Silberwerkstatt so ziemlich am anderem Ende des Sees. Die Fahrt dauerte eine gute Halbe Stunde, langweilig war es aber nicht. Auf dem See herrscht reges treiben. Überall wird von kleinen Kanus auf denen die Fischer Stehen gefischt. Die Fischer halten die Paddel mit einer speziellen Technik mit ihren Beinen fest um beide Hande frei zu haben.

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Andernorts Schwimmen ganze Gemüsebeete auf dem Wasser, welche von Booten aus bewirtschaftet werden. Diese sollten wir später noch besichtigen.

Die Silberwerkstadt lag in einer der Siedlungen die auf Bambuspfählen in den See gebaut wurde. Um von Haus zu Haus zu kommen musste man hier zwangsläufig Boot fahren. Beim langsamen durchfahren des Ortes konnte man schön das alltägliche Leben im Dorf beobachten, alles drehte sich um den See, wie auch sonst. Es war wirklich sehr interessant. Ob zur Bar, zum Eckladen oder zum Doktor, es wurde das Boot genommen.

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Beim Silberschmied wurde uns gezeigt wie hier traditionell Silberschmuck hergestellt wird. Natürlich wurde auch alles schön für die Touristen zum kaufen präsentiert. Nichtsdestotrotz sollte man nicht vergessen das Myanmar große Silber, Gold und Diamanten vorkommen hat und das das Schmuckhandwerk hier eine lange Tradition pflegt.

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Nach dem Silber gab es die nächste Möglichkeit Geld aus zu geben. Diesmal ging es auf einen Markt. Der Markt schwimmt leider nicht auf dem Wasser war aber dennoch interessant. Neben viel Fisch wurde alles angeboten was die Menschheit so zum leben benötigt, darunter auch einiges für Touristen.

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Anschließend besuchten wir noch eine ähnlich touristische Weberei und ein Ort an dem Zigarren hergestellt wurden.

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Auf dem Rückweg legte unser privater Kapitän noch einen Umweg durch die schwimmenden Plantagen ein. Hier wurde all mögliches Gemüse auf langen schmalen Beeten aus einer lehmigen Erde mit vielen Wurzeln angepflanzt.

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Hier durchfahren war schon speziell und hat reichlich Spaß gemacht.

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Zurück zu unserem Hotel ging es wieder mit viel Lärm, Abgasen und hoher Geschwindigkeit bei bestem Wetter. Abgesehen von den kleinen Störfaktoren, die aber einfach dazu gehören zu scheinen, ist es hier einfach wunderschön. Viele haben uns zuvor gefragt warum Myanmar. Wir können allen nur raten kommt nach Myanmar! Myanmar bietet eine atemberaubende Landschaft mit extrem netten Menschen, einer super interessanten Kultur und bis jetzt gibt es nur wenig nervenden Tourismus. Packt eure Koffer und ab zum Flughafen!

BilderBlogTag16+17-1935

Am Nachmittag haben wir entspannt verbracht, bzw. Bryony hat sich im Bett von ihrer Körperkaputtheit erholt und ich habe unsere Weiterfahrt durch die Pampa in zur wohl absurdesten Stadt der Welt geplant. Stay tuned!

Chris

 

Bergab in den See

Gestern haben wir uns das erste mal einen richtigen Ruhetag gegönnt. Am Vormittag haben wir eine Höhle am Stadtrand besichtigt. Es war eine natürliche Höhle in einem großen Felsen die innen mit einer Buddhasammlung gefüllt war. Wirklich jeder Fleck wurde genutzt, und die Höhle war echt nicht klein!

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Den Rückweg haben wir in einen großen Spaziergang verwandelt und sind über einen zugewachsenen Pfad auf einen Hügel gelaufen.

Pafd

Den Nachmittag haben wir damit verbracht eine riesige Portion Guacamole zuzubereiten und zu verzehren. Leider ist gerade nicht Avocadosaison, so konnten wir nur begrenzt reife Avocados auf dem tollen Markt kaufen. Ich glaube ich komme in der Avocadosaison wieder…

Markt

Ansonsten haben wie unser tolles Hotelzimmer genossen, endlich mal ein Zimmer wo man sich auch getraut hat etwas zu berühren und was nicht zu sehr stank. Okay, nachdem wir drin waren stinkt es jetzt bestimmt auch. Haufenweise nasse Kleidung (will nicht trocknen bei der hohen Luftfeuchtigkeit) und Zwiebel-Knoblauchgestank durch unseren Guacamolezubereitung…

Hier noch eine silberne Pagode aus dem Ort.

Silbernde pagode

Am nächsten Morgen genossen wir zuerst das leckere Frühstück im Hotel, persönlich nur für uns zubereitet 🙂 Nach dem Packen ging es los. Zuerst ein paar Kilometer entlang der Hauptstraße bis zum nächsten Ort. Dort sind wird auf eine kleine Nebenstraße abgebogen. Diese war sehr ruhig und führte uns im leichten Auf und Ab fast in die richtige Richtung.

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Sie sollte uns an das falsche Ende des Sees führen, dass nahmen wir aber gerne in Kauf für mehr Ruhe, weniger Abgase und eine grandiose Aussicht. Die Straße war auf keiner unserer Karten eingezeichnet, nicht mal Google Maps kannte sie. Leider war die Straße, falls man sie denn so nennen konnte in einem sehr schlechten Zustand. weitestgehend war es eine Schotterstraße aus 5cm großen Steinen. Irgendwie machte es aber auch so Spaß.

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In dieser Gegend erklärte sich auch das Kohl Phänomen. Die Landschaft war zu uneben um Reis anzubauen, also wurde hier Kohl angebaut überall wurde dieser gerade geerntet und transportiert.

Kohl

Die letzten 10km der Tagesetappe ging es auf der Schotterstraße bergab bis zum Inle See (dazu Morgen mehr). Die Abfahrt war wegen dem schlechten Weg ziemlich gefährlich und belastete unseren Körper wie das Material sehr, machte aber unheimlich viel Spaß. Endlich mussten wir uns mal nicht nur bergauf quälen sondern bekamen auch was zurück.

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Unten angekommen gab es auch gleich eine Belohnung. In einem schönen Restaurant gab es ein leckeres Essen an einem kleinem Kanal vom See.

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Während dem Essen überlegten wir wie wir nun zum richtigem Ende des Sees kommen würden. An diesem Ende gibt es keine Hotels, nur ein paar alte Pagoden und ein kleines Dorf. Eine kleine Straße führte am See entlang, das wären aber nochmal 35km oder wir mieten uns ein Boot mit Fahrer; hier wussten wir aber noch nicht wie viel das kosten würde.

Ein leeres Boot fanden wir schnell, leider sollte die Überfahrt 25.000 Kyat kosten, das war uns zu viel.

Wir hatten die Befürchtung das die Straße um den See wieder sehr anstrengend werden würde, da der See von nicht kleinen Bergen umgeben ist, zum Glück war sie das nicht. Sie war zwar wieder sehr holperig führte uns aber durch idyllisches Grün einigermaßen flach den See entlang.

BilderBlogTag14+15-1781Rechts und links gab es wieder reichlich Pagoden, mittlerweile haben wir davon allerdings so viele gesehen das wir diese schnell hinter uns ließen. In Myanmar kann man sich wahrscheinlich an keiner Stelle umdrehen ohne irgendwo eine Gold glänzende Pagode zu sehen. Der Kontrast zwischen der absoluten Armut und den zahlreichen goldenen religiösen Bauten ist extrem.

Pagoden

Zehn Kilometer vor unserem finalem Ziel sind wir an „Natural Hot Springs“ vorbeigekommen, leider war uns der Eintritt zu hoch, bzw. das Angebot nicht gut genug 😉 Wir sind weiter gerollt.

In Nyaungshwe angekommen suchten wir ein kleines Guesthouse das uns wärmstens empfohlen wurde aber keine Website hat. Gefunden haben wir es schnell und es ist wirklich toll. Wir haben ein schönes Zimmer mit einer Art Terrasse, fast alles ist aus Holz gemacht und der Preis stimmt auch.

Eine Stadt im Wasser

Nach der täglichen Körperhygiene und der  nervenden Kleidungswäsche haben wir uns auf die Suche nach etwas Essbaren gemacht. Hauptsache nicht Burmesisch war die Devise. Wir wurden fündig. Pfannkuchen herzhaft und süß. Am ende waren sie dann doch wieder etwas Burmesisch, mit reichlich Knoblauch und Zwiebel.

Bei uns ist es jetzt schon wieder spät…, habt ihr alle noch einen schönen Tag!

Chris

Das Kohl Phänomen

Gestern haben wir uns, wieder in großer Hitze, auf den Weg nach Kalav gemacht. Kalav ist eine Kleinstadt in den Bergen die zu Kolonialzeiten von den Engländern gebaut wurde um vor der Hitze zu fliehen und liegt auf 1300 Metern Höhe. Die erste Etappe auf dem Weg dorthin endete nach dem ersten Bergipfel. Hier haben wir zwischen Palmen und Bananenbäumen unser Zelt aufgeschlagen.

BilderBlogTag12+13-1622

Heute waren es dann noch etwa 60km bis nach Kalaw. Die ersten 40km führten durch ein sehr hügeliges Tal, danach ging es nur noch bergauf. Es war zwar super anstrengend, aber wir genossen wunderschöne Ausblicke!

BilderBlogTag12+13-1667

Eine ganze Weile sind wir dann durch die Wolken gefahren, was sehr nass und neblig war. Die ganze Zeit über kamen uns endlose Lastwagen entgegen die bis zum absoluten Limit mit Kohl bepackt waren. In regelmäßigen Abständen mussten sie am Straßenrand halten, um mit einem Schlauch die Bremsen zu kühlen.

BilderBlogTag12+13-1677

Schließlich haben wir unser Ziel erreicht und unsere Sachen in einem sehr netten Hotel abgelegt. Zum Abendessen gab es leckeres nepalesisches Essen. Der Ort ist leider recht touristisch, aber das kühle Bergklima ist sehr angenehm.

Der Post heute bleibt kurz und knackig, da ich sehr müde bin und jetzt schlafen will 🙂

Bryony

Bryony the Superwoman

Mein Respekt an Bryony! Bryony, the Superwoman, hat heute eine Meisterleistung vollbracht. Über 100km Rad, davon 750m vertikal Richtung Sonne, nebenbei wurde über genau 5 Stunden und 26 Minuten der Hitzeteufel, der Sonnengott und die Hungersnot bekämpft. Eine wirklich starke Leistung!

BilderBlogTag11-0429

Der Tag begann wie der letzte endete. „Im“ Straßencafé von gestern Abend kauften wir uns auf dem Weg aus der Stadt wieder die flachen gebackenen Teiglappen. Sechs Stück für ein Frühstück auf dem Rad, wir waren spät dran, es war schon fast 11 Uhr.

Die ersten Kilometer vergingen wie im Flug, es ging bergab. Aber wie heißt es so nett, was man hoch fährt geht es wieder runter? Für uns galt das heute erst mal umgekehrt. Es ging den ganzen Tag nur bergauf oder bergab. Mal wellig mal leicht bergig, aber flach war es nie. Belohnt wurden wir durch eine permanent tolle Aussicht. Wir wurden in alle Richtungen von üppigem Grün umgeben, mal Reisfelder, mal schöne Wälder und ab und zu ein Berg.

BilderBlogTag11-0428

Vom Rad aus kann man hier in Myanmar das Leben der Bevölkerung sehr gut mitbekommen. Von der Straße aus sieht man sie in den Reisfeldern arbeiten oder überholt sie auf den Ochsenkarren. Selbst auf dem Roller sind sie dank fehlendem Blechpanzer nah dran. In den Dörfern rufen einem die Kinder hinterher, manchmal schafft man es ihnen ein high five zu geben. Ausländer sieht man hier selten, schon gar nicht auf Fahrrädern.

Wir befinden uns jetzt so ziemlich im Zentrum von Myanmar in den Vorläufen einer kleinen Gebirgskette. Die Bevölkerungsdichte scheint hier etwas geringer zu sein, wahrscheinlich vor allem wegen der Trockenzeit die ein Leben hier nicht so leicht macht. Die geringere Bevölkerungsdichte haben wir auch am Verkehr bemerkt, es gab allgemein weniger. Die Dörfer waren weiter auseinander und Gaststätten rar. Der geringe Verkehr war angenehm, er bestand hauptsächlich aus Bussen und ein paar Lastkraftwagen, außerdem waren komischerweise viel weniger Roller als sonst unterwegs.

BilderBlogTag11-0426

Ein Wort zu den Fortbewegungsmethoden in Myanmar, ein Auto hat in Myanmar fast keiner, es ist viel zu teuer für die Bauernfamilien und fast jeder gehört hier einer Bauernfamilie an. So scheinen die meisten Familien einen Roller zu besitzen, die wohlhabenderen mehrere.  Nur sehr sehr wenige Bauern können sich ein motorisierte Hilfsmittel leisten, eigentlich alles wird per Handarbeit oder mithilfe von Tieren erledigt, meist Ochsen. Einen Traktor sieht man fast nie.

Muss mal ein weiter Weg als von Dorf zu Dorf zurückgelegt werden, werden Pick Up Trucks (mit „Sitzen“ auf der Ladefläche) oder Busse genutzt. Beide werden immer sehr voll gestopft und meist wird auch das Dach noch gut genutzt, so ist es z.B. auch kein Problem auf einen Minibus noch drei Roller zu stellen. Einen Tüv oder etwas vergleichbares scheint es nicht zu geben, so kommt beispielsweise aus fast jedem Fahrzeug eine Pechschwarze Rußwolke raus…

Neben dem zivilem Verkehr gab es heute zum ende hin auch noch reichlich Militärverkehr. Wir wurden von hunderten von Militärfahrzeugen überholt, die meisten mit Ladeflächen voll mit jungen uniformierten und bewaffneten Soldaten. In der nähe von unserm heutigem Übernachtungsort, Meiktila, befindet sich eine große Militärkaserne, deswegen wohl das viele Militär. Einige der riesigen und aufwendig verschanzte Gebiete haben wir auf unserem Weg passiert.

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Meiktila ist eine kleine Stadt die vom Handel lebt, sie liegt in der Nähe der einzigen Autobahn in Burma. Die Stadt liegt an zwei, mit einer Brücke verbundenen Seiten eines großen Sees uns stinkt wie immer sehr. Ein Hotel haben wir schnell gefunden, es ist sogar für burmesische Verhältnisse in einem guten Zustand 🙂

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Da wir perfekt zum Sonnenuntergang angekommen sind haben wir nur schnell unsere Körper gereinigt und sind endlich was Essbares suchen gegangen. Die wenigen Dörfer haben dazu geführt das wir uns den Tag über nur von ein paar wenigen Keksen ernährt haben, in der enormen Hitze hatten wir natürlich auch nicht so viel Hunger.

Nach einem Filmchen im Bett freuen wir uns auf morgen, es geht weiter in die Berge.

Hier noch unsere Highlights vom Rad der letzten Tage:

  • Am Straßenrand haben wir eine Kuh gesehen die es geschafft hat sich selber am Po zu lecken! Es sollte eine Kuh Olympiade geben.
  • Ein Lammsitz. Ein Bauer hatte eine Art Kindersitz am Roller für sein Lämmchen.
  • Ein LKW mit 5 aufgeladenen Polizeimotorrädern auf denen noch die Polizisten saßen.
  • Eine (richtig) fette Sau die eine viel befahrene Hauptstraße inmitten einer Stadt ihr Zuhause nennt.


Chris

PS: Wir lesen all eure Kommentare! Es freut uns das euch der Blog gefällt 🙂

Planet der Affen 

Zum Frühstück gibt es heute Reis mit einem Spiegelei und dann schwingen wir uns auf die Räder. Ziel ist das Popa Taungalat Kloster neben Mount Popa. Da wir in Richtung der Berge fahren geht es den ganzen Tag lang stetig bergauf. Dazu brutzelt die Sonne gewaltig auf uns runter. Es ist wirklich anstrengend! Auf halber Strecke bleibt Chris plötzlich mit erstarren Gesichtsausdruck vor mir stehen. „Haben wir eigentlich die Pässe vom Hotel wiederbekommen?!“ fragt er mich. Ich überlege, doch kann mich nicht daran erinnern Sie seit dem check-in gesehen zu haben..

Wir entscheiden trotzdem erstmal zu Mount Popa zu fahren und ein Hotel zu finden. Von dort können wir dann versuchen unser Hotel in Bagan zu erreichen. Obwohl es nur noch etwa 25km sind macht mir die Strecke, Dank der sengenden Hitze,  ganz schön zu schaffen.

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In Kyaukpadumm, ein Dorf in der Nähe von Mount Popa, haben wir Glück und finden ein Hotel. Das fensterlose Zimmer ist extrem dreckig und das Deckenlicht ist nicht auszuschalten. Dazu ist es nicht grad preiswert. Trotzdem freuen wir uns nach so einem heißen Tag unter dem Gartenschlauch im Bad duschen zu können.

Vor der Erfrischung allerdings die Frage: wo sind unsere Pässe? Wir erreichen das Hotel, aber dort scheinen sie nicht zu sein. Zu unserer Erleichterung tauchen sie beim durchwühlen der Taschen schnell wieder auf. Die Mittagssonne hatte uns wohl etwas den Verstand geraubt.

Wir können den Roller von der Tochter des Hotelbesitzers mieten um die letzten 20km zu Mount Popa zu fahren. Der Roller ist ziemlich eigenwillig, laut und scheppernd aber so erreichen wir schnell unser Ziel. Schon beim parken laufen uns die ersten Affen entgegen um uns zu begutachten. Einer reißt einer erschrockenen Frau eine Frucht aus der Hand und ich bin froh, dass wir kein Essen dabei haben.

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Bis zum Kloster führen 777 Stufen den Berg hinauf und wir merken schnell, dass wir hier im Herrschaftsgebiet der Affen sind. Sie sind wirklich überall! In dieser Anzahl haben die süßen Tiere etwas unberechenbares. Als Chris kurz seine Cola auf einer Stufe abstellt, um ein Foto zu machen, dauert es keine Sekunde da hat sie sich ein Affe geschnappt. Gekonnt springt er mit seinem Schatz in einen Giebel und ist verschwunden.

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Oben angekommen erwartet uns ein wunderschöner Ausblick in alle Richtungen. Das Kloster selbst ist weniger spektakulär. In das alte Gebäude sind lauter neue Zimmer gebaut worden und der Boden sowie die Bänke sind mit rosa Fliesen gekachelt. Hier und da findet man jedoch die alten Skulpturen und die goldenen Tempelspitzen sind erhalten. Wir steigen die steilen Treppen wieder herab und nehmen uns in Acht den Affen nicht zu lange in die Augen zu gucken. Das scheint sie angriffslustig zu machen.

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Mit dem Roller fahren wir noch so weit es geht den Mount Popa hoch um noch eine bessere Sicht zu erhalten. Die Straße endet im Eingang zu einem Luxus Resort. Um Zugang zu der Terrasse mit dem (wirklich unglaublichen) Blick zu erhalten trinken wir hier einen sehr teuren Wassermelonensaft. Das Ambiente hier ist ziemlich seltsam und sehr distanziert von dem Land das wir bisher kennengelernt haben.

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Wir rollen zurück zu unserem Dorf um Abend zu essen. Es gibt Reis mit Gemüse, viel roher Zwiebel und Knoblauch. Jetzt stinken wir bestimmt! Danach wollen wir noch nicht zurück ins Hotelzimmer und setzen uns in ein Café. Hier werden in einem Lehmofen flache Brote gebacken. Aus Neugierde probieren wir eins, es ist super lecker! Unser Tischnachbar kann ziemlich gut Englisch und gibt uns Tipps für unsere Reise.

Nach einem nicht unanstrengenden, aber sehr schönen Tag machen wir uns schließlich auf den Weg zurück.

Bryony 

Die Pagoden zerbrechen, wir überleben. ERDBEBEN

In unserem niedlichem Hotel wurden wir dazu gezwungen früh auf zu stehen. Frühstück gibt es nur bis neun Uhr. Unter freiem Himmel gab es Toast, gekochte Eier, Marmelade und natürlich Bananen.

Leicht gesättigt zeigten wir uns wieder von unserer faulen Seite und entführten einen Roller des Hotels in die Pagodenlandschaft Bagans. Bagan ist eine alte Königsstadt in der vom 9. – 11. Jahrhundert etwa 10.000 Pagoden und Tempel gebaut wurden. Heute stehen davon noch etwa 2.200 in einem mehr oder weniger gutem Zustand. 1975 wurden viele durch ein starkes Erdbeben zerstört, heute sind viele wieder aufgebaut und restauriert. Leider verläuft die Denkmalpflege hier nicht immer perfekt, deswegen gibt es auch kleine Streitigkeiten mit der UNESCO bezüglich des Weltkulturerbes.

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Die Pagoden stehen alle in einem steppenartigem Gebiet, nur verbunden über matschige Feldwege. Mit unserem Roller fahren wir die Highlights nach und nach ab.

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Man merkt das es einer der Haupt Touristenattraktionen des Landes ist, es gibt ein paar Stände die einem unnötigen Kram verkaufen wollen. Besonders viele Touristen waren aber nicht unterwegs. Es war überall eine sehr angenehme Atmosphäre, bis auf ein paar nervige Touristen-abzockekramverkäufer die einem hinterhergelaufen sind.

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Die historischen Bauwerke waren total beeindruckend. Aus Backsteinen, wie wir sie heute noch kennen, wurden riesige, extrem aufwendige Tempel und Pagoden gebaut. Einige haben innen ein Gänge System mit sehr schönen Wandmalereien, die teilweise noch in einem sehr gutem Zustand waren.

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Andere Pagoden hatten außen zahlreiche schmale umlaufende Terrassen die teilweise auch bestiegen werden konnten. Von oben hatte man einen grandiosen Ausblick über das Pagodenmeer. Es ist echt verrückt was die Menschen vor solch einer langen Zeit auf die Beine gestellt haben. Wir schaffen es heute nicht mal mit modernster Technik einen Flughafen zu bauen.

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Nachdem wir erst mal genug alte Tempel bewundert haben suchten wir uns was zu Essen. Diesmal ließen wir uns eine Art Asiatische Fusionsküche schmecken, es war okay. Wir haben das Gefühl wir müssen hier, in der Touristenregion, das „normalere Essen“ auskosten, damit wir in den Ländlicheren Gegenden nicht zu unglücklich sind. Dort gibt es für uns keine Auswahl, wir müssen das essen was uns auf den Tisch gestellt wird.

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Anschließend entschieden wir uns für eine Mittagspause im Hotel. Draußen stiegen die Temperaturen an die 40 °C, natürlich bei an die 100% Luftfeuchtigkeit.

Am Späten Nachmittag machten wir uns wieder mit Hunger auf den Weg. Auf der ToDo-List standen noch ein paar Tempel, außerdem wollten wir den Sonnenuntergang von einer Pagode beobachten. Eins der Highlights.

Nachdem wir am Geldautomaten wieder unser Portemonnaie gut aufgefüllt haben, 150.000 Kyat :), ging es zu einem tierfreundlichem Restaurant. Während wir Mango- und Papayasaft schlürften und Guakamole mit Papadam genossen fing die Erde wie aus dem nichts unter uns an zu wackeln. Erst leicht, dann immer Stärker, so das alle aus dem Laden auf die Straße rannten. Das kam plötzlich.

Der Ladenbesitzer erklärte uns später das er das große Erdbeben in 1975 selber miterlebt hat und es hier ab und an mal wieder welche gibt. Dieses sei kein kleines gewesen, meinte er. Später telefonierte er aufgeregt lautstark mit etlichen Leuten. Wir hoffen allen geht es gut.

Ein Blick auf die Uhr verriet uns es war höchste dem Feuerball beim verschwinden am Horizont zu zu schauen. Also schnell schnell auf den Roller gesprungen und zur Pagode mit dem Bestem Blick gedüst. Was war hier denn los? Die Polizei ließ niemanden auf die Pagode. Vielleicht hatten sie Angst um die Menschen sollte es ein Nachbeben geben, vielleicht aber auch mehr um die Pagode.

Egal, Helme auf und immer dem Regenbogen nach den Schatz suchen. Den Schatz haben wir leider nicht gefunden, aber der Regenbogen war beeindruckend. Dank leichtem Regen und gleichzeitiger Sonne erstreckte sich der Regenbogen in einem komplettem Halbkreis über die Pagodenlandschaft. Schön.

Drei Kilometer weiter fanden wir eine Pagode die man von außen beklettern konnte und durfte. Wir gesellten uns zu einigen anderen schaulustigen und genossen den Sonnenuntergang am Horizont.

BilderBlogTag9-1-

In der Dämmerung starteten wir unseren Roller um über die Sandwege unseren Weg zum Hotel zu finden. Der Weg führte uns an einer Pagode vorbei die wir heute Nachmittag schon besichtigt hatten. Aus uns bis dato noch unbekannten Gründen standen am Eingang etliche Einheimische und machten Fotos, wir wussten nicht warum. Wir stellten den Roller ab und schauten uns um. Die Pagode sah normal aus, die Polizei ließ aber niemanden in das innere. Es wurde eine Merkwürdige Absperrung gebaut.

BilderBlogTag9-1554Es dauerte einen Moment bis wir auf die Idee kamen unsere Bilder der Pagode von heute Mittag auf der Kamera zu suchen um diese mit dem Zustand der Pagode jetzt zu vergleichen.

Vorher:

BilderBlogTag9-1456

Nachher:

BilderBlogTag9-1558

Es ist wieder passiert. Ein Erdbeben hat in Bagan mehre jahrhundertalte Pagoden zerstört. Bei der mächtigen Dhammayangyi Pagode an der wir das Schicksal bemerkt haben ist die riesige Spitze abgebrochen, welche beim Absturz die Pagode weiter beschädigt hat. Zum Glück wurde hier scheinbar niemand verletzt. Wir waren nur ein paar Stunden zuvor genau an der Unfallstelle.

Mehr zum Erdbeben:

Myanmar Eartquake on BBC

Nachdem wir den Schock verkraftet haben machten wir uns vorbildlich ohne Licht am Roller über unbeleuchtete schmale Sandwege auf den Weg zurück in das Hotel. Das Licht war kaputt, gestern ging es noch…

Chris

 PS: Entschuldigt die MISERABLE Bildqualität. Alle Kameras geben auf und hier gibt es weder Kamerageschäfte noch Möglichkeiten sie reparieren zu lassen.

Trockenen Fußes nach Bagan

Ausgeschlafen aber hungrig steigen wir aufs Rad. Seit gestern morgen haben wir keine richtige Mahlzeit mehr gehabt. Aus der Kleinstadt raus haben wir mit viel Verkehr zu kämpfen, umso schöner ist die unerwartete Ruhe die uns auf dem Land wieder begegnet.

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Die Straße ist gesäumt von Reißfeldern in denen Menschen mit spitzen Strohhüten arbeiten. Später verwandelt sich die Landschaft in seichte Hügel voller Palmen, durch die sich die Straße schlängelt. Bei den welligen Straßen und der mäßigen Hitze macht mir das Radfahren heute wirklich Spaß!

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Unser Weg führt über eine schmale Brücke, die von Zügen und Autos gleichermaßen genutzt wird. Darunter erstreckt sich ein leeres Flussbett. Dem feuchten Sand sieht man an, dass hier vor kurzem noch Wasser geflossen ist. Es ist wirklich erstaunlich wie schnell die immensen Wassermengen nach dem Regen wieder versickern.

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In einem kleinen Dorf können wir schließlich frühstücken. Es gibt Reis, mit Kohl und Zwiebeln. Der Reis schmeckt unglaublich gut, vermutlich kommt er direkt aus der Umgebung.

20160823_111404.jpgAngrenzend an die Kochzeile war ein wirklich riesiger Berg Zwiebel. Die Burmesen essen gerne Zwiebeln, aber wie eine Gaststätte so viele verbrauchen kann ist uns echt ein Rätsel!

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Die Straße führt immer wieder durch Senkungen, die nicht überbrückt sind und während der Regenzeit oft zu Flüssen werden. Wir haben aber Glück, da es „länger“ nicht geregnet hat und behalten trockene Füße.

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Mit Ausnahme einiger kurzer Wasserpausen fahren wir in einem Rutsch durch bis Bagan. Das angenehme Wetter hält sich bis auf die letzten Kilometer. Dann ziehen sich dunkle Wolken über unseren Köpfen zusammen und uns braust der Wind entgegen. Bei Überfahren der Stadtgrenze fängt es plötzlich an wie aus Kübeln zu schütten und wir sind mal wieder pitschnass. Im Hotel legen wir kurz unsere Taschen ab, duschen und ziehen uns trockene Sachen an. Der Regen hat mittlerweile mehr oder weniger aufgehört und wir fahren mit einem Elektroroller vom Hotel ins Stadtzentrum.

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Mit dem Roller erkunden wir einige der kleineren Sehenswürdigkeiten und bewundern einen riesigen Fluss. Schließlich treiben unsere hungrigen Mägen uns in ein Restaurant in dem es burmesische Pizza gibt.

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Anschließend haben wir ca drei Stunden vergebens damit verbracht mein Online-Banking Zugang wieder herzustellen. Ihm gefällt es nicht dass ich im Ausland bin.

Bryony

Bitte nicht einatmen!

Die erste Härteprüfung haben wir ja bekanntlich schon am erstem Tag auf dem Rad überlebt, 8 Stunden Regen.

Am Abend haben wir auf dem Hotelzimmer noch gewettet wie das Wetter Morgen wird. Wieder den ganzen Tag Regen, nur etwas, oder gar keinen? Unsere Teller haben wir jedenfalls fleißig aufgegessen.

YEAH! Am nächstem Morgen weckte uns nicht wie erwartet, und von den Einheimischen prophezeit, ein Dauerregen, wie man ihn sonst nur aus der Regendusche kennt. Nein, es weckten uns die wärmenden Strahlen der Sonne. Es wird warm.

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(Den Hunden ist es hier überall zu warm, sie sparen Energie und Schlafen)

Beim verlassen des Hotels versammelte sich natürlich wieder sofort die komplette Belegschaft uns bewunderte uns beim montieren der Taschen. Helfen wollten sie auch, was leider mehr störend als alles andere war. Leider ist die Kommunikation so schwer.

Auf dem Rad genossen wir das gute Wetter. Die Straßen sind über Nacht getrocknet und wieder zu erwarten gab es eine Asphaltstraße, die wir uns wieder mit sehr vielen Rollern, stark überladenen Bussen,  aber auch Ochsenkarren wie aus dem Mittelalter teilten. Auf einigen Abschnitten gibt es so viele Ochsenkarren, das für sie eine extra Matschsspur neben der Straße gib.

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(Man beachte den Smartphone bedienenden Ochsenkarrenfahrer)

Regelmäßig überholten wir auch Rinder und Ziegenhorden die von den Bauern entlang der Straße getrieben wurden. Leider haben wir keine Hupe, um sie wie die Autos von der Straße zu scheuchen.

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Dementsprechend war die Straße nicht im besten Zustand. Zwischendurch konnten wir auch beobachten wie hier die Straßen gebaut werden. Zuerst werden große Steine als Fundament eben Verteilt, als würden sie eine Straße nur aus Steinen bauen. Anschließend kommen kleinere oben drauf. Zum Schluss wird alle mit einer Dünnen Asphaltschicht abgedeckt. Das ganze fast ohne Maschinen, wir haben nur einen Mini-Bagger gesehen, der Rest wird in Handarbeit erledigt. Deswegen also die unebene Straße, aber beschweren können wir uns nicht, denn alle nicht asphaltierten Straßen, also alle anderen sind in einem miserablem Zustand. Die Ochsenkarren und der Regen haben ihnen Stark zugesetzt, wir hoffen unsere Route führt uns nicht über solch einen Weg.

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Da wir ohne Frühstück gestartet sind machten wir uns bald auf die suche nach was essbarem. Wir hatten einen neuen Trick. Wir haben „vegetarisch“ auf dem Handy auf Burmesisch übersetztet. So können wir an Ständen immer pantomimisch zeigen das wir Essen haben wollen und das Bild dazu Zeigen. Es klappt erstaunlich gut. Die meisten Stände haben sowieso immer nur ein oder zwei Gerichte zu Auswahl.

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Heute gab es zum Frühstück/ Mittagessen eine sehr spezielle Art von kalten Nudeln. Mir hat es gut geschmeckt, Bryonys Fall war es nicht unbedingt. Während dem Essen wurden wir von einem jungem Burmesen, der etwas englisch konnte unterhalten. Teuer war es mal wieder überhaupt nicht 🙂

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Nach dem Mittagessen kamen wir gut voran, bis mich plötzlich ein Rollerfahrer von der Straße drängte. Haben wir was falsch gemacht? Er hielt einen 1000 Kyat Schein in der Hand und wollte ihn mir geben. Ich brauchte einen Moment bis ich realisiert habe, dass es der Junge von der Mittagspause war. Es sagte wir haben zu viel bezahlt. Ich  wollte ihm das Geld schenken. Er lehnte mehrfach ab. Auch 50/50 klappte nicht. Er wollte das Geld nicht haben. Auch eine Erklärung, das 1000 Kyat für uns nicht viel Geld ist (ca. 0,75€), akzeptierte er nicht. Burma ist wirklich ein verrücktes Land…

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Bei einer kleinen Pause, auf der Mauer einer kleinen Brücke fing ein Platzregen ohne Vorwahrung an. So schnell es ging versuchten wir uns und unser Equipment wieder Wasserfest zu verpacken. Der starke Regen blieb eine angenehme Erfrischung, er hielt nur ca. 15min an. Während die Kleidung selbst bei der permanent sehr hohen Luftfeuchte im Fahrtwind wieder trocknet, schimmeln unsere Füße schon etwas länger in den Schuhen. Wir hoffen stark irgendwann mal wieder trockene Schuhe anziehen zu können. Wahrscheinlich wird es aber bei einem Traum bleiben. Regelmäßig führt  die Straße statt über einen Fluss durch einen Fluss  => wieder nasse Treter.

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Irgendwann am Nachmittag sind wir in einem Dorf angekommen in dem etwas mehr los war. Die Kilometer zuvor waren nicht unbewohnt, es befanden sich immer mal wieder ein paar Häuser am Straßenrand, hier jedoch war die Hölle los. Verkehrsregeln schienen es nicht zu geben, jeder fuhr wie er wollte, aber rücksichtsvoll. Viel schlimmer waren aber die Fahrzeuge, alle uralt, total laut, aber am Schlimmsten waren die Abgase. Ein Auspuff hatten die wenigsten, die Motoren verbreiten ihre pechschwarzen Abgase direkt in die Umwelt, meist auf Brusthöhe. Am liebsten wäre es mir, wenn ich regelmäßig ohne atmen auskommen können würde.

Das Dorf schien ein Art Handelszentrum für die Bauern der Umgebung zu sein. Es wurde mit allerlei Haushaltsgegenständen und natürlich Obst und Gemüse gehandelt. Auf der Suche nach einem Lokal lud uns ein Mönch ein auf den Hinterhof der Pagode ein. Er konnte etwas englisch und hat uns neugierig ausgefragt woher wir kommen, was wir hier machen, etc..

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Da es kein Hotel im Dorf gab entschieden wir uns noch etwas weiter zu fahren um dann später unsere erste Campingübernachtung anzutreten.

Nur ein paar Kilometer außerhalb vom Dorf entdeckten wir auf ein mal ein riesigen Buddhakopf am Horizont. Was war das? Etwas weiter gefahren sah man mehr. Die Statue war RIESIG. Nirgendwo fanden wir eine Information, nicht im Reiseführer, nicht auf Google Maps, was war das.

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Wir wussten nicht wie weit der Buddha weg war aber wir wollten hin. Zuerst folgten wir weiterhin der Straße, nach einiger Zeit gab es nach rechts, in die richtige Richtung einen matschigen Feldweg. Konnte das richtig sein? Wir mussten einen Rollerfahrer anhalten um die Antwort zu erfahren. Ja, das schien der Weg zu sein.

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Die Buddha Statue war wirklich riesig, wir schätzen 30m. Zu ihren Füßen befanden sich noch einige Pagoden und allerhand anderer religiöse Bauten. Es war ein Riesiger komplex, ein Bisschen wie ein Freizeitpark zum beten. Komisch war nur, er war komplett verlassen, wir waren die einzigen Menschen. Es schien so als wäre hier lange keiner mehr gewesen. Komisch.

(Auch Googeln im Nachhinein erzielte keine Ergebnisse.)

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Mittlerweile war es schon spät und viel Energie hatten wir auch nicht mehr. Die schlechten Straßen und die Hitze zehren an den Kräften. Einen Platz für die Nacht fanden wir erstaunlich schnell. Irgendwo im Gebüsch, etwas abseits der Straße.

Zum Abendessen gab es leider nur Reiswaffeln, Toastbrot mit einer ähm nicht schmeckenden Marmelade und Kekse. Es ist hier gar nicht so leicht haltbares Essen zum mitnehmen zu finden.

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Die Sonne ging super schnell unter. Bis wir eingeschlafen sind dauerte es. Es war selbst nachts noch sehr warm.

———————————————— nächster Tag ————————————————-

Wir wurden früh von der Wärme, aber auch einem sehr schönem Sonnen- aufgang geweckt.

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Dies hatte auch seinen Vorteil. Schon um 8 Uhr waren wir auf den Rädern. Heute wollten wir nach Myingyan, dort sollte es wieder ein Hotel geben. Duschen ist schon schön.

War kamen sehr gut voran. Das Wetter war genial, genauso  wie die Aussicht. Kleine Erhebungen die wir erklommen ermöglichten Blicke weit in die Ferne über endlos scheinende grüne Palmenlandschaften und Bergketten. Das schöne an der Regenzeit ist das üppige Grün überall.

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So genossen wir auch eine Saftige Wassermelone von einem Stand als eine kleine Stärkung für die kurze Tagesetappe heute.

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Es dauerte nicht lange und wir haben unser Tagesziel erreicht. Eine kleine Handelsstadt. Wir mussten die Hauptstraße etwas auf und ab fahren bis wir das Hotel gefunden haben. Unser Zimmer ist nicht sonderlich schön, es ist ziemlich schmutzig und eigentlich alles ist kaputt, aber wir haben eine Dusche. Das ist das wichtigste.

Nachdem wir uns und unsere Wäsche gewaschen haben machten wir uns auf die Suche nach einem Mittagessen. Es stellte sich als gar nicht so leicht heraus. Überall gab es tonnenweise Obst, Gemüse (besonders Zwiebeln), Reis, Samen, Dünger usw., aber kein fertig gekochtes Essen.

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Zahlreiche Stände mit toten, getrockneten Fischen und Fleisch kreierten mit den extremen Abgasen und dem Staub eine kaum zum atmen taugliche Luft.

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Nach über einer Stunde suchen fanden wir ein Restaurant. Das Essen war essbar, aber auch nicht mehr. Anschließend gönnten wir uns noch einen Milkshake um uns dann etwas im Hotelzimmer auszuruhen.

Die Suche nach einem Abendessen war erfolglos. Es gab nichts vegetarisches und wir wollten nicht nochmal das gleiche. Wir begrenzten uns auf ein paar kleine Snacks.

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Morgen soll es nach Bagan gehen, einem weiterem Highlight. Es wird eine lange Etappe.

Eine Schlammschlacht erster Güte

Wir wachen auf zu dem prasselnden Geräusch von Regen. Ein Blick aus dem Fenster zeigt einen grauen Himmel aus dem es nur so schüttet. Nach einem kurzen Frühstück (heute gibt es leider kaum etwas ohne Fleisch) packen wir unsere Taschen und checken aus dem Hotel aus. Wir fahren ein paar Meter die Straße hinunter, die sich in einen Fluss verwandelt hat. Vor mir verschwindet Chris‘ Vorderrad samt Packtaschen komplett im Wasser. Heute wird sich zeigen, wie wasserfest unsere Taschen wirklich sind.

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Bevor wir die Stadt verlassen, will Chris noch versuchen eine wasserfeste Kamera aufzutreiben, damit wir auch weiterhin Fotos machen können. Die Suche geht schnell, der erste Elektronik Laden kann uns direkt in die richtige Richtung weisen. Während Chris in den Laden geht, warte ich draußen bei den Rädern. Eine Mitarbeiterin des Ladens bedeutet mir, mich im Türeingang vom Regen unterzustellen. Kurz drauf verschwindet sie und kommt mit einem Stuhl und einem heißen Tee wieder. Gegen die Kälte, bedeutet Sie mir pantomimisch. Die überragende Freundlichkeit der Menschen hier ist immer wieder erstaunlich und rührend.

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Auf dem Weg aus der Stadt wollen wir uns noch etwas zu essen suchen. Zuerst halten wir an einem Stand, der eine beliebte burmesische Leckerei verkauft. Gewürze und andere Dinge, die nicht zu erkennen sind, die in ein Blatt gewickelt sind. Beim Kauen wird der Inhalt tief rot und man sieht viele Menschen mit rot verfärbten Zähnen. Wir probieren diesen Snack das erste Mal und werden von einem intensiven Geschmack überkommen. Diese Delikatesse ist wohl eher was für den erprobten Gaumen! Ein kleines Stück weiter sind wir erfolgreicher. Hier können wir uns ins Trockene setzen und kriegen Reis mit verschiedenen Gemüsezubereitungen.

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Jetzt aber los! Gestärkt navigieren wir die überfluteten Straßen von Mandalay. Das Stadtleben geht trotz der Überflutung unbeirrt weiter. Hier und da gibt ein Roller gurgelnd den Geist auf, doch der Verkehr ist so belebt wie immer. Die Einwohner scheinen an dem Regen genauso viel Spaß zu haben wie wir und lachen, wenn sie plötzlich bis zum Knie im Wasser stehen.

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Langsam erreichen wir den Stadtrand, hier wird die Asphaltierung zunehmend schlechter. Man muss sich etwas konzentrieren, weil man nicht sieht welche Unebenheiten sich unter dem Wasser befinden. Der Straßenrand wird gesäumt von vielen einfachen, selbst gebauten Hütten. Einige der Familien halten eine Kuh oder Schweine. Die Bewohner grüßen und winken uns freundlich im Vorbeifahren zu.

Unser Weg führt über die Pont U-Bein, ein uralte Brücke die über einen See führt der zur Regenzeit stark überflutet ist. Die Brücke ist gut besucht von Pendlern die nach Mandalay oder zurück wollen. Nahe des Ufers stehen einige Männer im See und angeln.

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Wir radeln weiter und obwohl wir schon ganz aufgeweichte Hände haben und unsere Schuhe bis obenhin mit Wasser gefüllt sind ist der Regen eine willkommene Abwechslung. Die Lufttemperatur, oder besser gesagt die Wassertemperatur, beträgt jetzt nur noch 22°C. Die Straße führt weiterhin an vielen Hütten vorbei, darüber hinaus scheint es nur Wasser zu geben. Offiziell ist frühestens in 100km das nächste Hotel und mich befallen leichte Zweifel wo wir heute Nacht schlafen werden. Es scheint keine freie Fläche für ein Zelt zu geben, die nicht total überschwemmt ist oder aus knöcheltiefem Schlamm besteht. Abgesehen davon könnte das Zelt den Fluten von oben auch nicht lange standhalten.

Die Straße endet wie geplant in einem See. Wir haben Glück, die Fähre kommt grade an unserem Ufer an. Wir setzen über und erreichen ein kleines Dorf mit sehr, sehr schlammigen Straßen und vielen Pferdekutschen. Die Weiterfahrt ist ziemlich zäh und zum Teil müssen wir absteigen um die Räder zu schieben.

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Kurze Zeit später wir die Straße wieder besser und zur rechten Seite erstreckt sich eine riesige, alte Stadtmauer. Das Tor ist von spitzen Dächern geschmückt. Über die nächsten Kilometer sind seitlich der Straße zahllose alte Pagoden zu sehen. Die bemerkenswerte Schönheit und Unberührtheit von Burma ist wirklich unglaublich!

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Einige Kilometer und viele Tempel weiter kommen wir in einen etwas größeren Ort und erkunden uns, ob es hier ein Hotel gibt. Wir haben Glück und finden schnell das Dorfhotel, wo wir für wenig Geld übernachten können. Fünf kichernde Mädchen empfangen uns, alles was wir tun scheint sie unheimlich zu amüsieren. Wir legen im Zimmer unsere nassen Sachen ab und erkunden auf einem Spaziergang das Dorf.  Beim Abendessen im Hotel schauen uns sämtliche Angestellten und Familienmitglieder gespannt zu.

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Jetzt gehen wir schlafen und freuen uns, dass wir im Trockenen sein dürfen!

Bryony

Buddhas und Gold, viel Gold

Nachdem wir am Donnerstag schon wieder viel zu spät ins Bett gegangen sind mussten wir zum Glück wieder früh aufstehen. Das Frühstück war wie am Vortag, aber der heutige Koch schien Bananen zu mögen, es gab sie frittiert, pur und als Marmelade.

Heute nutzen wir endlich mal unsere Zweiräder. Das erste Ziel war eine weitere große Pagode, die Maha Myat Muni Pagode.

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Die Pagode im Süden der Stadt beinhaltet einer der bedeuteten Buddha Figuren des Landes. Täglich wird die sie von vielen Pilgerern mit Blattgold belegt, sodass die 4m große Statue total unförmig geworden ist. Es sind so viele Pilgerer, dass die Figur bereits mit 15 cm purem Gold belegt worden ist.

(Von der Statue konnte man keine Fotos machen, es war nicht erlaubt.)

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Um die Statue herum wird in langen Gängen alles verkauft was irgendwie mit Religion zu tun hat und sich an Touristen (hauptsächlich einheimische) und Pilgerer verkaufen lässt. Unter anderem tausende Buddhas, von klein bis groß. Wir haben einen kleinen laden gefunden der selbstgeschnitze und bemalte Buddhas anbietet. Hier konnten wir nicht nein sagen und haben uns einen kleinen Reisebegleiter gekauft.

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Mit viel Hunger und Durst verließen wir die Tempelanlage wieder in der Mittagshitze. Es dauerte nicht lange und wir haben wieder einen kleinen Straßenstand gefunden. Eine Familie versorgte uns hier vorzüglich. Wir mussten nur auf das zeigen was wir wollten. Lecker!

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Anschließend ließen wir uns in der Roller-Flut treiben. Eine komisch aussehende Mall erweckte aus unerklärlichen Gründen unser Interesse. Wir brauchten noch ein paar FlipFlops. Die Mall war in der Tat komisch. Sie war riesig aber halb leer, die Hälfte aller Läden stand leer. Die Läden die offen hatten, hatten keine Kunden. Die Menschen machen hier wohl noch lieber ihre Besorgungen auf der Straße. Wir zogen weiter. FlipFlops fanden wir auf dem Weg.

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Die Mittagshitze vertrieb uns in den Garten eines Cafés, dort setzten wir uns in den Schatten, genossen zahlreiche Milkshakes, Säfte und viel Wasser, während wir den Blog upgedateten und Bryony sich in eine neue Wohnung ein gemietet hat.

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Anschließend haben wir, immer noch mit den Rädern, die im alten Stil wiederaufgebaute Stadtmauer, welche ein riesiges Viereck im inneren der Stadt eingrenzt, erkundet. Die Stadt im innerem, genauso wie die echte Mauer, hat die vielen Machtwechsel etc. nicht überlebt. Aber auch die neue Mauer ist ansehnlich und vor allem riesig, viele schöne aus Holz geschnitzte Türme zieren sie. Um in das Innere zu kommen muss man ausnahmsweise mal Eintritt zahlen, 10.000 Kyat, das haben wir sein lassen, es handelt sich aber auch nur um einen Wiederaufbau eines alten Regierungspalastes.

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Später besuchten wir noch eine weitere riesige Buddha Statue. Die freistehende Statue war mit ihren 23m Höhe schon von der Ferne gut zu erkennen, auch der außergewöhnliche Stil zwischen Kubismus und Manga machten ihn besonders. Sie war umgeben von vielen weiteren Buddhas in verschiedenen Posen. Wirklich verrückt was die Burmesen hier treiben. Was auch hier wieder unglaublich war, keine Touristen, kein Eintritt, so macht es wirklich Spaß die Attraktionen zu erkunden.

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Nach dem ganzem Touristen-Getue knurrte wieder der Magen. Unweit von unserem Hotel fanden wir einen kleinen Laden, „Nepali-Indian only Veg.“, hier bekamen wir wieder leckeres Essen, nein sehr sehr leckeres Essen. So lecker das wir uns für später noch mehr bestellt haben.

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Jetzt ist es schon wieder 1 Uhr Nachts, gerade hatten wir unseren ersten Stromausfall. Morgen wollen wir uns mit unserem Tretboot auf den Weg machen.

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Wir freuen uns über Kommentare 🙂

Chris

Mandalay Hill

Nach drei Tagen konnten wir endlich mal wieder eine Nacht durchschlafen und gehen erholt im Hotel frühstücken. Frühlingsrollen, Reis, Nudeln und Kohl. Dazu gibt es eine scharfe Soße, an die wir uns am morgen aber noch nicht ran trauen.

Einschub von Chris:

Während Bryony sich nochmal hinlegt, ihr kleiner Magen kämpft mit den großen Burma Bakterien, mache ich mich auf dem Weg zu unseren Freunden vom Handyladen. Heute ging alles ganz schnell. Neue SIM-Karte von einem Anderem Anbieter. Sie wollen die alte jemandem verkaufen. Die neue Karte funktioniert nach nur ca. einer Stunde :), aber leider nur in Bryonys Handy.

Die Verkäuferin erklärt mir das sie hier eigentlich nur gefälschte Handys haben. Selbst ihr iPhone 6, was verdammt echt aussah war ein Fake. Vielleicht sind unsere Handys einfach zu echt…

Danach habe ich mich auf dem Weg zu einem Radladen gemacht. Irgendwo zwischen Berlin und Mandalay haben wir eine Schnellspannermutter verloren. Der erste Radladen schickt mich zum nächsten, der nächste wieder weiter. Aber alle sind super freundlich, so macht selbst so was Spaß. Beim letzten habe ich dann sogar Glück. Leider will er mir keine einzelne Schraube verkaufen, ich muss einen Satz Schnellspanner erstehen.

Vor der Tür des Ladens fragt mich ein Burmese, oder besser, er zeigt auf sein Motorroller. Ich glaube er will mich mitnehmen. Wir verhandeln kurz. 400 Kyat (~ 0,29€), für eine 10 minütige fahrt zurück zum Hotel.

In Mandalay ist es leicht sich zurecht zu finden. Die Straßen sind in einem Schachbrettmuster angeordnet und durchnummeriert. Das Haupttransport-mittel ist für alle der Roller, selbst die kleinsten Wege werden mit ihm zurück gelegt.

So bin ich, hinten auf dem Roller, natürlich ohne Helm, schnell wieder zu Bryony zurück in das Hotelzimmer gekommen.

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Ich gebe zurück an Frau Best.

Wir fahren im Taxi zum Fuß des Mandalay Hill, wo wir auf die erste Pagode stoßen. Barfuß betreten wir den Tempel und werden freundlich empfangen. Zwei Frauen malen mir mit goldener Farbe Blätter auf die Wangen. Das ist Burmesische Tradition und man sieht viele Frauen (und manche jungen Männer) die so geschminkt sind. Die Atmosphäre im Tempel ist sehr entspannt. Die Menschen kommen hier nicht nur zum beten her, es scheint auch ein wichtiger sozialer Treffpunkt zu sein. Viele haben sich in Gruppen zusammen gesetzt um zu kochen.

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Nachdem wir die Pagode erkundet haben machen wir uns auf dem Weg den Berg hinauf. Der Weg führt zunächst durch eine kleine Siedlung. Vor den Häusern befindet sich eine gemeinschaftliche Waschstelle und aus einem dringt laute Elektro Musik zu uns. Nach ein paar Minuten führt der Weg in einer kleine Pagode. Ein schlichte überdachte Fläche, mit einer zentralen Buddha Statue. Eine Mutter betet mit ihren zwei Söhnen.Wir steigen Treppen hinauf, die aus der ersten Pagode in die nächste führen. Je höher wir kommen, desto größer und geschmückter werden die Tempel. Als wir schon ein gutes Stück hinauf gestiegen sind erreichen wir eine riesige Buddha Statue die mit ausgestreckten Arm auf den Tempel in der Stadt zeigt. (Kleiner Exkurs: Der Legende nach hat Buddha prophezeit, dass hier mal eine große Stadt entstehen würde. Deshalb verlegte König Mingon um 1860 die damalige Königsstadt hierher. Diese Stadt ist heute Mandalay.)

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Auf dem letzten Treppenstück sind Marktstände, die Essen, Kleidung, aber hauptsächlich Flip Flops verkaufen. Hier wird es jetzt auch immer voller obwohl wir nach wie vor die einzigen Touristen sind.

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Schließlich haben wir die letzten der 1700 Stufen erklommen und erreichen die sogenannte Wunscherfüllungspagode und einen atemberaubenden Panorama Ausblick. Wir befinden uns auf etwa 240 Meter Höhe und können in alle Richtungen über Mandalay und darüber hinaus blicken. Von hier oben zeigt sich, wie aus dem Flugzeug, die Vielfalt der Landschaft. Berge, Felder, Seen, kleine Siedlungen und natürlich Pagoden erstrecken sich in alle Richtungen. Der Blick in die Ferne zeigt uns erneut mit Eindruck die Auswirkungen der Regenzeit. Ganze Gegenden sind in Sümpfe verwandelt; wir sind schon gespannt wie sich das auf unsere Reise auswirken wird.

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Die Pagode selbst besteht aus einzelnen kleineren Räumen die durch Rundbögen verbunden wurden. Alles ist mit Mosaiken aus buntem Glas verziert, dass im Sonnenlicht strahlt.

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Doch für die meisten Besucher scheinen wir die größere Attraktion zu sein, als die heilige Stätte. Alle wollen ein Foto mit uns machen, oder sich einfach nur vorstellen und fragen wo wir herkommen.

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Wir klettern querfeldein den Berg wieder hinunter und nehmen eine Art minibus zu einem streetfood Markt. Hier wird alles mögliche an frittierten Leckereien angeboten. Das meiste ist schwer zu identifizieren (Ocra Schoten? Eine grasartige Pflanze, Zwiebeln…) aber schmeckt sehr lecker!

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Erschöpft von der Hitze begeben wir uns zurück zum Hotel um uns auf der Dachterrasse zu entspannen und den Blog zu updaten. Hier oben weht ein starker Wind, der die Lampe fast von der Decke reißt und die schwüle Hitze in einen wunderbar lauen Sommerabend verwandelt.

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Tretboot oder Fahrrad?

4:30 Uhr, der Wecker klingelt, besser die Wecker reißen uns aus dem Schlaft. Zum aufwachen war keine Zeit. Duschen, Zähne putzen, anziehen und ab in den Fahrstuhl zum Airport-Shuttle.

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Das Hotel war so lieb uns ein „Lunch Paket“ zu machen, leider wussten sie nicht das wir Fleisch nicht mögen, so konnten wir das Schinken-Toast Sandwich nicht genießen, dazu gab es noch ein Tetra-Pack Saft, Wasser, einen super ekelhaften, fertig gekauften „Euro Cake“. Lebewesen finden sich leider viele auf der Speisekare, Planzenessen war schwierig zu finden.

Der Shuttle vom Hotel war voll, vor allem wegen unseren Kisten, diesmal waren wir aber nicht allein im Mini-Bus. Es dauerte nicht lang da waren wir beim Flughafen. Aber leider nicht der richtige. Oh! Was jetzt? Es soll einen Shuttle-Bus zwischen beiden Flughäfen geben, Fahrzeit 1,5h. Schaffen wir das? Wo fährt der Bus? Wann? Nein. Alles kein Problem. Wir wurden gestern von einem super nettem Hotelmitarbeiter informiert, einem Burmesen. Terminal 3, 2 Etage, abfahrt 5h, kommt Pünktlich an.

Am Flughafen Don Muang sind wir viel zu früh angekommen, inkl, Räder und ohne kotzen. Die Busfahrt glich einer Schiffsfahrt bei starkem Wellengang und wir mussten dabei auf dem Boden sitzen, unsere Radkartons nahmen zu viel Platz ein.

Der haupt Flughafen Suvarnabhumi von Bangkok war riesig, Don Muang war viel kleiner dabei aber immer noch deutlich größer als zB. Tegel. Aber das beste, alles funktionierte Reibungslos. Keine Wartezeiten am Schalter oder bei der Sicherheitskontrolle, alles mehr als Sauber. Hier könnte so mach eine Stadt sich was abschauen. Auch die Pizza die wir um 6h zum Frühstück hatten war nicht schlecht 🙂

Pizza am Flughafen

Der Flug ging schnell vorüber. Es dauerte nicht lange bis aus den Lautsprechern die Ansage „ကျွန်တော်တို့ဟာ အခုဆိုရင် အားသွင်း ချဉ်းကပ်မှု မိတ်ဆက် ပြီ“ (Wir befinden uns im Landeanflug, bitte anschnallen) schepperte. Wir bekamen einen Schock. Man sah mehr Wasser als Land. Alles war überflutet. Hätten wir doch lieber nicht in der Regenzeit kommen sollen? Können wir hier Radfahren oder müssen wir Tretboot fahren? HAUPTSACHE ABENTEUER!
(PS: Wir haben beide mindestens das Seepferdchen und unsere Taschen sind alle Wasserdicht -> keine Panik)

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Der Flughafen war total leer, eigentlich nur die Menschen aus unserem Flugzeug und ein paar Mitarbeiter. Auf dem Rollfeld stand nur ein Anderes kleines Flugzeug. An der Visa Kontrolle sind wir schnell vorbeigekommen. WIR SIND OFFIZIELL IN MYANMAR! YEAH!

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Am Ausgang wurden wir von unserem spezial Fahrservice persönlich abgeholt (Bus für Menschen mit viel Gepäck), ein älterer Herr, traditionell gekleidet, empfing uns uns nahm uns all unser Gepäck ab. Wir durften nichts tragen… Mit viel Mühe haben vier Männer unsere Räder in den Mini-Bus gequetscht. Schon jetzt fällt uns auf wie höflich hier alle sind.

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Die Straße vom Flughafen zur Stadt war in keinem guten Zustand, aber auch total leer. Die fahrt dauerte ca. eine Stunde und ermöglichte einen ersten Ausblick auf was uns die nächsten Wochen erwarten würde. (Also schaut regelmäßig rein :)).

Beim Hotel angekommen ging es im Service-Paradies weiter, sechs junge Mitarbeiter halfen beim tragen. Nach einem Anruf beim Hotelmanager erlaubte uns die Rezeption die Räder mit auf das Zimmer zu nehmen. Das Zimmer ist schön und geräumig, mit Aussicht auf den Mandalay Hill, einer der Haupt Attraktionen der Stadt.

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Wir verweilten nicht lange im Hotelzimmer, es kribbelte in den Beinen. Wir hatten Hunger und wollten noch etwas „frische Luft“ einatem. An einem Handyladen fragten wir nach einer SIM-Karte. Eine sehr junge Verkäuferin nickte und wollte das Handy haben. Sie baute die Karte direkt ein, und richtete alles ein. Leider haben wir uns zu früh gefreut. Das Internet funktionierte nicht. Drei Mitarbeiter, ein Handy und etliche Anrufe bei der Servicehotline. Nichts half. Nichteinmal beten.

Während die Mitarbeiter beten waren haben waren wir Abend essen. Nicht identifizierbares Gemüse in einer sehr knoblauchreichen Soße, dazu Tofu in Süß-Sauer Soße.

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Und wieder zurück zum Handyladen. Eigentlich macht der Laden um 20 Uhr zu. Um 20:30 Uhr kam die Mutter der Verkäuferin fragend wo ihre Tochter bleibt, anschießend noch die Schwester. Es schauten also fünf Personen zu wie einer sich mit der Servicehotline lautstark stritt. Um 21 Uhr haben wir alle Hoffnung verloren, die Handyladenbetreiber leider noch nicht. Wir mussten verhandeln dass wir gehen dürfen. Sie wollten weiter machen. Später wollten sie uns noch mit dem Roller zum Hotel fahren, wir lehnten ab, es war nicht weit.

Im Hotel dauerte es überhaupt nicht lange und wir schliefen tief und fest.

Chris

24h Flugpause

Nach Ankunft geben wir nur kurz unser Gepäck im Hotel ab und dann geht es direkt rein nach Bangkok. Wir fahren mit der Metro ins Zentrum die auf gefühlt 12°C runtergekühlt ist. Die Metro fährt auf einer massiven Konstruktion aus Beton in zwei Etagen über dem restlichen Verkehr und erlaubt so einen guten Ausblick.

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Bangkok ist drückend heiß, voller Menschen und Kontraste. Riesige Hochhäuser und shopping malls die ganze Blöcke erfassen werden von zerfallenden und unfertigen Wohnhäusern unterbrochen. Auf den Straßen fahren zwischen modernen Autos laut scheppernd alte Laster, die schwarze Abgas Wolken ausstoßen.

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Aus der Metro ausgestiegen kaufen wir uns erstmal einen Wassermelonen Saft und Gemüse mit Reis beim nächsten Straßenstand. So gestärkt machen wir uns auf die Suche nach einer Isomatte für mich (Bryony). In Berlin hat das nicht mehr geklappt und es ist schwer einzuschätzen wie die Versorgung in Burma wird. Das nimmt einige Zeit in Anspruch aber schließlich sind wir zum Glück erfolgreich!
Wir spazieren noch ein wenig durch Bangkoks malls um jemanden zu finden, der Chris‘ Kamera reparieren kann, da sie leider etwas Faxen macht. Schließlich gibt es eine Art Nudel Gericht und Papaya Salat zum Abendessen. Der Salat ist so scharf, dass uns beiden fast die Tränen kommen.

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Bis wir im Hotel ankommen und unsere Sachen zusammen gepackt haben bleiben uns noch drei Stunden schlaf bis die Reise am nächsten Tag weitergeht.

Auf in die Luft

Nachdem wir gestern Nacht fertig gepackt und die letzten organisatorischen Hürden bewältigt hatten, konnten wir heute ohne große Aufregung los fliegen. Die Fahrräder sind (hoffentlich) sicher verpackt in ihren Kartons und unser Gepäck konnten wir auf 20kg reduzieren. BryonyMitGepäck-07935

Die Spannung steigt mit dem ersten abheben und die lang erwartete Reise wird langsam Realität. Morgen früh erreichen wir Bangkok und können es schon kaum erwarten!

Flug 1-07937

Als sich das Flugzeug nach 11 Stunden endlich wieder Richtung Boden nähert erstreckt sich unter uns die thailändische Landschaft. Man sieht flaches Land, dass mithilfe von Kanälen und Straßen klar eingeteilt ist. Selbst die vielen Baggerseen sind komplett rechteckig. Da der Flughafen etwas außerhalb der Stadt liegt erhalten wir leider noch keinen Blick auf Bangkok.
Beim Verlassen des Flugzeuges schlägt uns die ungewohnt schwüle Luft entgegen, bevor wir den stark klimatisierten Flughafen betreten. Gespannt warten wir auf unser Gepäck. Der Karton mit Chris Fahrrad ist während dem Transport aufgegangen, aber zum Glück ist, nach erstem Augenschein, nichts beschädigt oder verloren gegangen.

GepäckBangkok1-07987

Mit einem großen Taxi kommen wir schnell zum Hotel um unsere Sachen abzulegen. Jetzt haben wir bis abends Zeit Bangkok ein wenig zu erkunden.

Bryony